Eulenkopfweg Teil 1 und 2

Der Eulenkopfweg ist ein Wanderweg mit einer Gesamtlänge von 42 Kilometern in Nordrhein-Westfalen in den Städten Wuppertal, Wülfrath und Haan. Er besitzt als Wegzeichen einen stilisierten Eulenkopf (Stringocephalus burtini), ein Leitfossil der mitteldevonische Riffkalke. Der Wanderweg informiert über erdgeschichtliche, biologische, industriegeschichtliche und heimatkundliche Aspekte des Nordwestrandes Wuppertals und entstand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach einer Idee von C. Brauckmann unter Mitwirkung einer Arbeitsgemeinschaft des Fuhlrott-Naturkundemuseums Wuppertal. (Quelle: Wikipedia)

Da ich ganz in der Nähe wohne, nahm ich die Gelegenheit war, einen Wandertag völlig ohne Räder einzulegen. Leider war mir das Wetter nicht gut gesonnen, so dass ich insgesamt viermal unter den Regenponcho schlüpfen musste. Daher sind die Fotos auch nicht so toll. 200 Meter vor dem eigentlichen Ziel, habe ich dann aus meteorlogischen und ortskundigen Gründen die Tour abgebrochen und bin noch ein Stück auf einer alten, zum Fahrradweg umgebauten Bahntrasse in Richtung nach Hause gegangen.
Hierzu noch eine Warnung an alle Freunde und Anwender von GPS-Geräten. Die Trasse führt durch mehrere Tunnel in denen das GPS-Signal stark gestört ist. Um sich dort nicht zu verlaufen ist es ratsam einen magnetischen Kompass und eine analoge Karte benutzen. Vorteil der Tunnel ist, dass sie selbst bei sehr starkem Regen noch sehr dicht sind, so dass man mehrere hundert Meter trocken vorankommt … wenn man den Weg kennt.

Interessierte finden die KMZ-Daten und weitere Informationen zur Strecke, sowie Anfahrt per ÖPNV, Park- und Einkehrmöglichkeiten bei Berg-Mark-Wege.de. Die Angaben dort zur Gastronomie sind teilweise nicht auf dem neusten Stand.
Ich bin entgegen der dort beschriebenen Richtung gegangen.

Dies schöne Haus steht ein kleines Stück abseits der Route.
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Die Wege sind zum größten Teil breit und gut befestigt, da zum Teil noch in der Stadt.
In der Nähe von Wohngebieten ist der Asphaltanteil entsprechend hoch. Aber schnell befindet man sich auf dem für Lackschüchen ungeeignetem Land.
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Wer dann in die andere Richtung geht, hat diesen Blick.
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Aber ich bewege mich ja von der Stadt weg. Abwechlungsreich durch kleinere Waldabschnitte, über Felder und Wiesen, immer wieder an kleineren oder größeren Höfen und Ansiedlungen vorbei.
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Hier wäre es beinahe zu einem folgenschweren Zusammenstoß gekommen.
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Dort wo sich der erste und zweite Teil des Eulenweges begegnen, bin ich in Form einer Acht gewandert. Ein netter kurzer Plausch mit der joggenden Omi hat ergeben dass wir beide wasserdicht sind …. wenigsten von aussen nach innen.
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Dann kam ich an dieser geheimnisvollen Ruine vorbei. Ich konnte nicht anders und musste den Bauzaun unbedingt überwinden.
Es hat dort offensichtlich einmal gebrannt. Hinter dem Haus lag ein großer Haufen verkohltes Holz, viele sauber gestapelte alte Ziegelsteine und Fensterrahhmen. Der Boden im Haus war sauber mit Schlacke oder ähnlichem bedeckt und völlig entkernt von Holz und losen Steinen.
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Nach der Überquerung des Bachs Düssel, erreiche ich die pitoreske Ortschaft Düssel mit einem historischen Dorfkern, der zur Einkehr einlädt.
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Hofbesitzer arbeiten hier mit und lassen den Wanderer nicht aussen herum gehen. Anschließend am Friedhof vorbei auf die kleine Anhöhe. Ein sehr guter Ort für eine Rast, mit einem schönen Blick auf Düssel und Umgebung.
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Regen…. Na und? Ist doch nur Wasser. Andere wissen das auch.
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Der Aprather Mühlenteich, an dem ich schon als kleiner Junge die Enten gefüttert habe, wenn meine Eltern Sonntags mit mir hier heraus fuhren. Nun war ich zum ersten mal richtig hier. Nämlich zu Fuß. Ein kleines Stück weiter steht ein Kaiser Wilhelm Denkmal, von dem aus man einen kleinen Blick auf die Reste von Schloss Aprath hat.
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Dann, auf einer Anhöhe entdecke ich den modernen Fernmeldeturm und den alten Wasserturm in trauter Zweisamkeit.
Der Kleine wird übrigens wegen seiner Form im Volksmund liebevoll „Atadösken“ genannt … und der Lange „Bleistift“
, weil erst die Säule mit der Spitze gebaut wurde und der Aufbau später am Stück hoch gewuchtet wurde.
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Ein sehr unschöner Abschnitt durch und am Rande eines Wohngebietes hinunter zum historischen Kalktrichterofen, der nur an bestimmten Tagen auch von innen zu besichtigen ist.
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Hier reisst dann auch die Bilderflut ab. Wie bereits anfangs erwähnt brach ich hier die Tour ab. Wegen eines sehr starken Gewitterregens zog ich es vor die Kamera sicher zu verstauen und wählte ca. 200 m vor dem eigentlichen Ziel eine Abkürzung über die sogenannte Nordbahntrasse. Wegen des rutschig, geschmeidigen Weges war ich gezwungen meine Hose und den Poncho gesäßwärtig kräftig und flächendeckend mit Schlamm und Lehm einzureiben, weil ich den Fuß eines kleinen Hangs halbliegend, oder fast sitzenderweise erreichte.

Ach ja, dann war da noch das kleine Kind, das sich mit seiner erwachsenen Begleitung am Ende des Tunnels wohl vor dem Regen rettete. Das Kind schaute mich mit immer größer werdenden Augen an als ich dreckig, nass und eingehüllt in eben einen solchen Poncho aus dem Halbdunkel des Tunnels trat. Ich erwartete ein zartes, bebendes Kinn, rollende Tränen und Geschrei. Aber nichts dergleichen. Das Kind erkannte mein freundliches Lächeln und erwiederte es. Wenn auch etwas schräg und leicht irritiert.
Ungefähr 150 m vor meiner Haustüre wurde ich für die letzten Schritte wieder von der Sonne verwöhnt.

Fazit:
Für die Stadtnähe überraschend viele Pfade und unbefestigte Wege. Sehr abwechslungsreich mit vielen Aussichten. Interessant mit dem geologisch, historischem Hintergrundwissen.

3 Gedanken zu „Eulenkopfweg Teil 1 und 2

  1. Zum Glück hätten ich zwar auch „bergisches“, aber dennoch besseres Wetter. Viele Dinge habe ich wiedererkannt.
    LG
    Jürgen

    • Das Wetter war gar nicht so schlimm. Ich bin es ja gewohnt. 😉 …. und andere auch.
      Auf jeden Fall möchte ich irgend wann einmal den offiziellen Weg ohne die Runden zu gehen.

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