Schieferweg bei Bad Fredeburg

Eine Reha hat mich ins Hochsauerland bei Schmallenberg geführt. Was war die erste Freizeitbeschäftigung? Natürlich Wandern. Meine Wahl fiel zuerst auf den Schieferweg-Schmallenberg / Bad Fredeburg. Weil ich nicht noch mit dem Auto bis zum eigentlichen Startpunkt fahren wollte, änderte ich den Track ein wenig, sparte die kleine Schleife im Nordwesten aus und hatte dafür einen Zuweg von zwei Kilometern. Mit einem gut geschotterten Wirtschaftsweg begann die Runde und schnell wurde ich verwirrt durch die vielen Wanderzeichen und Schilder.
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Das Wetter war bedeckt und ein wenig nebulös, was die Fernsicht etwas verminderte. Beim frisch geschlagenem Holz roch es sehr intensiv nach Harz und Fichtennadeln. Ich blieb ein paar Minuten dort stehen, schloss die Augen und ließ den Duft mit einigen tiefen Atemzügen durch mein Riechorgan strömen. Viel, viel besser als die künstlichen Aromen im Saunaaufguss.
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Mit welcher Begründung werden solche Wege asphaltiert? Wanderautobahn? Kehrmaschienenfreundlich? Neue Sportart: Inline- oder Skateboardhiking? Oder ist es Teil einer fast behindertengerechten Kneippanlage? Ich weiß es nicht. Wenigstens wird man nett begrüßt.
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Dann verzog sich der Nebel ein wenig und gab ein wenig mehr der Landschaft frei.
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Die Orte Holthausen und Huxel wollten im Regen nicht sehr fotogen sein, dafür gab es wieder Hartbelag unter den Wanderstiefeln.
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Dann entdeckte ich einen sehr merkwürdigen Berg. Das musste ich mir genauer ansehen. Leider war der direkte Zugeng ein wenig verstellt, aber ich fand die Lücke und nahm mir für die Exkursion ein wenig Zeit.
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Das Verbot entdeckte ich leider etwas zu spät. Sonst hätte ich es selbstverständlich nicht gebrochen. Das Betriebsgelände war auch noch recht neu. Sicherlich hatte man noch nicht genügend Zeit für eine ausreichende Beschilderung. Aber der Track, den ich aus dem Netz gefischt hatte, wollte mich mitten über das gesperrte Gelände führen. Ich suchte einen Ausweg und fand ihn in Form eines sehr frischen, kaum zu erkennenden Pfad entlang des Zaunes.
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Hier werden tatsächlich echte Schieferplatten aus echtem Sauelandschiefer für Dächer hergestellt. Mit dieser Erkenntnis und dem gebrochenen Verbot schlich ich weiter mit nun schlechtem Gewissen um das Gelände herum.
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Ein paar Meter weiter, am Rande von Bad Fredeburg kam ich an einem leerstehenden Gebäude vorbei, in dem sich einst ein Altenstift befand, wie ich später erfuhr. Das musste ich mir natürlich genauer ansehen. Kurz vor dem Grundstück befand sich ein Park, in dem ein Paar Kinder herumlungerten und nichts besseres zu tun hatten, als ohne Unterlass hinter mir her zu brüllen: „Ey, alter Mann, wohnen sie da? Ey, alter Mann, da dürfen sie nicht rein!“ Ich beachtete sie nicht weiter und stieg unbeirrt über den am Boden liegenden Stacheldraht, während die Blagen zwar weiter brüllten, aber mit jedem Schritt leiser wurden.
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Die immer noch brüllenden Kinder wurden langsam kecker, lauter und kamen langsam näher. Ich drehte mich ruckartig herum, machte mich unter meinem Poncho noch breiter und ging mit strammen Schritt auf die Pens zu. Mit lautem Geschrei machten sie auf der Hacke kehrt, stoben auseinander und suchten das Weite mit ihrem Fersengeld. Zufrieden grinsend und in Ruhe ging ich weiter meines Weges.

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Fazit:
Die Strecke hatte weite Blicke und war schon auch abenteuerlich, was die Entdeckungen und Begegnungen betraf. Im letzten Viertel ging es einen schönen Pfad bergauf. Wegen des insgesamt doch sehr hohen Asphaltanteil werde ich sie jedoch nicht noch einmal gehen.

Jetzt lernen Sie meine Oma kennen – und meine Meinung.

Danke für die Erinnerung an meine Omma, zu der ich ein sehr ähnliches Verhältnis hatte.
Hoffentlich werden sich viele wegen deiner Worte iher Wurzeln bewusst und überdenken gegebenfalls ihre Meinung zu allen Flüchtlingen.

kurzhaarschnitt

Meine Oma ist mir als hutzelige, kleine, etwas verplante Person in Erinnerung. Mit grauem Haar, in dem immer ein Rest Dauerwelle versuchte, Locken vorzutäuschen. Im höheren Alter hat Oma die Dauerwelle nur noch selten beim Friseur machen lassen. „Ach Jung, dat ischa immer auch so düer.“

Sie sprach einen ganz eigenen Dialekt, der sich aus dem für Schleswig-Holsteiner typischen nordischen Slang, plattdeutsch und gesprochenen Rechtschreibfehlern zusammensetzte.
„Düer“, also teuer, ist ein Wort, was man oft vor ihr hörte. Dies ist düer, das ist düer, fast alles war düer. Aber manches war ihr nie zu teuer. Dazu gehörte auch ihr einziger Enkel, also ich.

Was mich anging, war sie immer sehr großzügig. Besonders zu Weihnachten und Geburtstagen.
Ich hatte, wie so viele, irgendwann im jugendlichen Alter begonnen, mir von ihr Geld statt gekaufter Geschenke zu wünschen. Dies wurde dringend notwendig, als ich feststellte, dass sie beim besten Willen nicht lernen wollte…

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Sommercamp 2015

Planung, Vorbereitung, Durchführung und Teilnahme eines 14-tägigen „Sommercamps“ mit einem Arbeitsteil am Vormittag und einem Workshopteil am Nachmittag. 2 Wochen Camping zwischen Wuppertal und Neviges.
Ich war mit im Orga-Team um zu einem guten Gelingen meinen Beitrag zu leisten.
Das ganze fand statt auf dem Gelände und in den Räumen der „Silvio Gesell Tagungsstätte“. Schirmherren des Sommercamps waren, oder sind, der
„Freiwirtschaftlicher Jugendverband Deutschland e.V.“ (Eigentümer der Tagungsstätte) und der „Förderverein Natürliche Wirtschaftsordnung e.V.“ mit Sitz in Essen (Herausgerber der Zeitschrift HUMANE WIRTSCHAFT), der kräftig Spenden für den Lernort gesammelt hat, der dort zur Zeit entsteht. Tatkräftige, internationale Unterstützung bei der Umsetzung bekamen wir von mehreren, sogenannten Workaway-ern, die sich auf der Plattform Workaway organisieren und so zu uns fanden.
Doch nun genug der trockenen Fakten.

Das Gelände der Tagungsstätte ist eingebettet zwischen Wiesen und Feldern.k-DSCF5204 k-DSCF5169k-DSCF4845
Selbst bei bedrohlichem Wetter noch schön anzusehen.

Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Schilder werden gemalt, wetterfeste Planen verspannt und schnell noch etwas Häckselgut verteilt, damit es in der Outdoorküche unter dem großen Carport nicht so matschig wird.
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Die ersten Gäste treffen ein. Grob geschätzt fanden sich in etwa 75 Dauergäste ein, wovon nur ein kleiner Teil Heimschläfer waren. An den Nachmittagen wuchs die Zahl auf über 100 und an besonderen Tagen sogar auf ca. 200 Gäste.
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Die weiße Kabine, rechts auf dem letzen Foto, ist keine Campingdusche, sondern eine von drei Komposttoiletten. Daraus sponn sich schon während der Vorbereitungen ein roter Faden, der sich durch das gesamte Sommercamp zog. Aber wir wissen nun wie die Dinger funktionieren, wo ihre Schwächen sind, wie man sie pflegt und repariert. Und welche weiteren Erfindungen sie hervorbrachten. Als da wären: Der Kackstampfer. Er wird gebraucht wenn sich die Haufen aus dem Erde- Holzkohle- und Kackgemisch zu sehr im Fermenter türmen. Dann wird der Kackstampfer (ein kräftiger Ast) eingesetzt um die Masse einzuebnen.
Des weiteren wurde der Pissstocher erfunden. Er wird eingesetzt wenn der Pipiseperatortrichter versehentlich durch das nach dem Kacken einzusetztende Gemisch aus Erde und Holzkohle verstopft wurde.
Auf dem nächsten Foto ist kein ausgepinkelter Nierenstein oder Urinsteinzu sehen, sondern ein geologisches Gesteinsbröckchen, welches versehentlich in den Pipitrichter gelangt ist und diesen verstopft hat. Aufgrund seiner Größe konnte er nicht mit dem Pissstocher (ein dünner Zweig) entfernt werden, sondern musste unter Zuhilfenahme der eigenen Finger und Demontage des Pipischlauches entfernt werden.
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Genug der Kacke usw. Wenden wir uns nun dem zu wie es dazu kommt. Der Nahrung.
Die Mahlzeiten wurden in erster Linie aus vor der Tonne geretteten Lebensmitteln zubereitet. Dazu hat uns die Plattform foodsharing.de als auch die Wuppertaler und Solinger Foodsaver geholfen. Die Kühlschränke und Vorratskisten waren stets gut gefüllt. Ein paar Tage lang musste als Dessert zur Hauptmahlzeit 4 Puddings pro Person ausgegeben werden um den geretteten Puddingberg abzubauen. Teilweise hat uns auch die Profiküche des Hauses unterstützt.
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Zu den Workshops. Ein sehr beit gefächertes Angebot wurde in den Stunden nach Mittag angeboten. Viel mit Bewegung, spirituellem, Massage, kreativem, zwischenmenschlichem, Yoga, Filmvorführungen, Tanz, und, und, und….
Ich persönlich hatte es immer sehr schwer mich zu entscheiden, habe in einige Workshops reingeschnüffelt und nur an wenigen komplett teilgenommen. Auch war ich ständig dabei zu organisieren, fotografieren, hin- und herzuräumen, Problemchen zu beseitigen, mit Menschen zu sprechen und Dienste zu erledigen.

Der erste Dienst des Tages war der Weckdienst. Für jede Mahlzeit gab es einen Koch,  k-DSCF5192 unterstützt von mehreren Schnipplern. Einen Hygieneinspektor und einen Handlanger für die sanitären Anlagen, sprich Kompostklos. Einen Begrüßungsmenschen und Einweiser für neue Gäste. Einen Spüldienst, der den Spülplatz herrichtete und aufräumte. Und zu allerletzt, wenn ich nichts vergessen habe, gab es einen Zuständigen.

Nach ca. 10 Tagen suchte ich dringend einen Ort der Ruhe, konnte jedoch keinen finden. Überall waren Menschen, Gespräche, Aktivitäten und Geräuschkullissen. Ich zog mich dann in mein kleines Igluzelt zurück, in das ich ein Feldbett gezwungen hatte, um nicht dierekt auf dem Boden schlafen zu müssen. Zum Glück stand es auf dem Familienzeltplatz. Dieser befand sich etwas abgelegen vom Hauptgeschehen im Garten der Nachbarn. Kaum hatte ich mich mühevoll hineingekuschelt, rückten mehrere Mütter mit ihren etwas unruhigen Babys an. Mit Panik in den Augen ergriff ich die Flucht über den Hauptweg. Dort kam mir ein fast voll besetztes Auto entgegen. ich stellte mich in den Weg und ließ mich in die Stadt mitnehmen. So verbrachte ich 2 Nächte und einen Tag ganz allein und in Ruhe daheim. Diagnose: Lagerkoller.

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Struckturaufstellung im Kornkreis zu verschiedenen Themen.
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Beim Bau einer Lehmziegelhandpresse wurden einfache Metallarbeiten vermittelt.
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Verschiedenene Vorträge, z.B. zum Thema Geld, Energiewende, Linux etc.
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Vermitteln von Vermessungstechnik im Gelände, um den Bau an der Freilichtbühne voranzutreiben.
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Nach getaner körperlicher Arbeit ist es durchaus legitim sich einem akuten Pennanfall hinzgeben.
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Und wieder ein Kreis im Korn.
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In der Abgeschiedenheit zog man sich zurück um spirituelle Themen zu behandeln. Es wurden Kenntnisse des Manga- und Comiczeichnen vermittelt und meditativ die Holzschwerter gekreuzt.
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… während Leute Leute fotografieren die Leute beim Leute fotografieren fotografieren. Es gab Vorträge zum Thema gesunde Ernährung mit Kräutern und Getreiden.
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Massage
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Musik und Tanz am Lagerfeuer.
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Hier der Bauplatz der Expo-Rotunde in Holzständerbauweise mit Strohfüllung, Lehmputz und Mandaladachkostruktion. Immerhin wurde der Rohbau mit Dachstuhl fertiggestellt, so dass ein kleines Richtfest stattfinden konnte.
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Bau eines Solarkochers.
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Musik und Kunst.
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Mikrokonzert auf dem Acker. Quasi das WOA für Arme. 😉
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Alles arbeitet. Der Landwirt erntet sein Korn, das Feuer macht Asche und Holzkohle und Menschen schaufeln und hacken in der Freilichtbühne.
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Ein Beispiel für das Tagesprogramm.
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Die Lehmziegelhandpresse nimmt Gestallt an, während Kinder betreut werden.
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Nicht dass man die noch kleineren Wesen übersieht, während man sich trifft und Gespräche über das Erlebte führt, oder sich einfach nur zurückzieht um einen Text zu lesen zu lernen.
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k-DSCF5824Mit Stolz wird der erste von Hand gepresste Lehmziegel präsentiert. Leider führte ein Konstruktionsfehler dazu dass nicht mehr gepresst werden konnte.
Nun muss erst nachgebessert werden bevor die Serienproduktion beginnen kann.

In der Abenddämmerung begaben wir uns auf eine schamanische Reise. k-DSCF5829

Der bergische Landregen konnte uns nicht davon abhalten überdacht an der Luft zu frühstücken und in den Feldern nach Wildkräutern zu suchen. Nur wenigen war es zu feucht und hielten sich daher im Haus auf.
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Leider konnte das letzte, abschließende Plenum nicht draussen am großen Lagerfeuer stattfinden. Statt dessen zogen wir uns in den großen Anbau, der wegen seiner Architektur „Muschel“ genannt wird, zurück und scharten uns um ein Teelicht.
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Fazit:
Es waren zwei großartige Wochen, mit vielen lieben Menschen, vielen tollen Workshops, genug zu essen und vielen guten Gesprächen.
Nicht so schön waren die Zwangspinkelpausen während meines Schlafes im kleinen Igluzelt und das damit verbundene Raus- und Reingekrabbel. Als ich daheim wieder im aufrechten Gang mein Schlafgemach verlassen und betreten konnte, war es wieder gut.

Moselsteig von Cochem nach Beilstein

Es war einmal …
eine Gruppe eines sozialen Netzwerkes, genannt die Wanderteufel.
Alljährlich begab es sich dass einige unstetige Mitglieder dieser Gruppe sich trafen um gemeinsam ein Stück durch die Lande zu wandern. So auch im warmen Frühsommer des Jahres 2015. Man traf sich mehr oder weniger pünktlich, wie verabredet, oder auch ein wenig später am Bahnhof zu Cochem unterhalb der mächtigen Reichsburg zu Cochem. Ein freudiges Hallo erhob zwischen altbekannten und ein neugieriges beschnuppern der Neulinge und noch unbekannten. Als dies geschehen, schulterten alle fröhlich ihr Säcklein und machten sich frohen Mutes auf den auserkorenen Weg.

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Schnell war auf die andere Flußseite gewechselt und Cochem, mit seinen Schlösschen und Palästchen aus leichter Entfernung zu betrachten.
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Der überaus selten gewordene und daher geschützte Apollofalter solle hier heimisch sein. Dies bestätigten einige fremde Gesellen, die schwerbewaffnet mit gewaltigen photooptischen Gerätschaften auf der Pirsch dem raren Falter nachstellten, um ihn zum Beweis abzulichten. Eine gute Fee aus unseren Reihen hatte bereits dieses Glück und händigte jedem von uns ein hochglänzendes Abbild jenes Falters, zum eindeutigem Beweis seiner Existenz aus.
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Eine Heilige Madonna mit ihrem jüngsten wacht über uns, dass wir nicht naschen an des Winzers Früchten, oder will uns vielleicht nur auf den Kopf spucken ….  wer weiß?
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Der Weg führt uns durch die Weinberge immer höher und gibt an ausgewiesenen Stellen weite Blicke ins Flusstal frei. Brauselay, Drachenfliegerrampe, Eisener Mast, Valwiger Berg, usw.
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Sagenumwobene Gestalten und Wesen begegnen uns immer wieder.
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Bis wir nach einer Weile wieder eintauchen in den Märchenwald und nicht weiter auffallen zwichen all den Kobolden, Zauberwesen und anderen Gestalten und folgen dem Kaprainer Bach.
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Unweit des Ortes Ellenz-Poltersdorf, auf der gegenüberliegenden Flussseite und der Schleusenanlage Frankel, gibt uns der Wald wieder frei.
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Hie kommt eitweise die Sonne durch die Wolkendecke und läßt uns dann auch ordentlich schwitzen. Glücklicherweise ist das letzte Stück noch recht schattig und wir kommen gesund und wohl in Beilstein an, um uns im Klostercafé zu stärken.
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Hier endete zwar unsere Wanderung, nicht jedoch der Tag. Für die Rückreise enterten wir ein Schiff genossen alles Gesehene nochmals aus der Kahnperspektive und ließen ein letztes mal die Gläser klingen.
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Zurück in Cochem, verteilten sich die Wanderteufel wieder in alle Himmelsrichtungen, um in ihrem Reich die Geschichte zu erzählen.
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Und wenn sie nicht gestorben sind, wandern sie bald schon wieder.
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Moral:
Ein verwanderter Teufel ist kein verteufelter Wanderer aber ein Wanderteufel ein verteufelt wandernder.

Diashow
Die Etappe
Apolloweg

Traumschleife Baybachklamm

Pläne schmieden und ändern … eine meiner liebsten Beschäftigungen, wenn das Endresultat zufriedenstellend, oder besser ist.
Meine Wanderpartnerin und ich hatten ursprünglich vor an diesem Tag durch irgend welche Weinberge an der Mosel zu kraxeln. Ein weiterer Wanderfreund, der zur selben Zeit in der Gegend auf Urlaub war, bekam das irgendwie mit und meinte dass das keine gute Idee bei angesagten 30°C und mehr sei. Er ludt uns ein ihn durch die Baybachklamm zu begleiten. Nach kurzer, kaum erwähnenswerter Abstimmung sagten wir zu und trafen uns fast pünktlich zur verabredeten Zeit auf dem Wanderparkplatz bei Heyweiler, dem Anfang der Traumschleife, die wir im Uhrzeigersinn erwandern werden.

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Nach wenigen Metern geht es schon recht steil bergab ins Buchbachtal.
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Kaum sind wir unten, geht es auchschon wieder steil noch oben auf das Hunsrückplateau, an Steffenshof vorbei. Hier kann man die ersten, wenigen Fernblicke in den Hunsrück genießen.
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Wer sich bis zu diesem Pavillion die Schuhe beschmutzt hat, bekommt hier Gelegenheit zur Zwischenreinigung.
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Kurz hinter Steffenshof tauchen wir wieder ein in den schattigen, kühlen Wald und folgen dem Prinzbach immer tiefer ins Tal.
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Der Weg führt vorbei an alten Zeitzeugen des Schieferabbaus im Hunsrück.
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Schließlich gelangen wir an den Baybach.
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Vorbei an schroffen, moosbewachsenen Felsen bekommen wir einen ersten Eindruck wie tief der Bach sich im Laufe der Zeit in den Fels gegraben hat.
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Auf der Hälfte der Strecke erreichen wir die gut besuchte Schmausemühle. Sogar Reitergruppen sind hier herzlich willkommen. Mit Ach und Krach finden wir noch drei Sitzplätze teils im Schatten und gönnen und eine kleine gastronomische Erfrischung. Hier spüren wir die sengende Hitze der Sonne und sind heilfroh dass wir an diesem heißen Mittag nicht in irgend welchen Weinbergen halb verdursten und uns die Haut verbrennen. Vor lauter Hitze habe ich es versäumt die Mühle selbst abzulichten.
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Danach folgen die ersten leichten Kletterstellen, die ein wenig Trittsicherheit erforden und durch Stahlseile gesichert sind, die ausreichenden Halt geben.
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Die wiederaufgebaute Heyweiler Mühle wurde auch schon länger nicht betreten.
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Es folgen im weiteren Verlauf noch ein paar Seilgesicherte Stellen, die jedoch für den halbwegs geübten Wanderer kein Problem sein dürften. Dann verlassen wir den Baybach und Folgen dem Frankweiler Bach. Auch dieser führt durch ein wildromantisches Tal.
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Ach ja! Wir müssen ja auch wider hinauf. Es erfolgte der unvermeidliche Schlussanstieg auf eine weitere Freifläche und wieder zurück in den Wald. Auf diesem letzten anstrengenden Abschnitt wurden wir dafür immer wieder mit sehr schönen Aussichten belohnt.
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Fazit:
Die Traumschleife Baybachklamm ist mit ihren ca. 10 km eine sehr gute Alternative in der Sommerhitze. Eine schöne Klammwanderung durch den Hunsrückschiefer. Entlang des Baches führt die Tour über schmale Pfade vorbei an felsigen, mit Moos bewachsenen Hängen. Sehr kühl und schattig, trotzdem mit einigen Freiflächen inklusiver schöner Aussichten. Sehr gut und empfehlenswert eine Einkehr in die Schmausemühle auf der Hälfte der Strecke.

Links zur Tour:
Traumschleife Baybachklamm
Schmausemühle
meine Diashow

Eulenkopfweg Teil 3

Der ursprüngliche Plan war Teil 3 und 4 zu verbinden wie die ersten beiden Teile. Auf Grund der kurzen Tage im November habe ich davon mal Abstand genommen. Das war auch gut so. Aber dazu später mehr.
Nach meiner eigenen Planung bin ich in Schöller gestartet statt in Düssel und bin dann noch in entgegengesetzter Richtung gegangen, wie in der Beschreibung auf Berg-Mark-Wege empfohlen, wo auch alles weitere zur Strecke zu finden ist. Die Strecke ist bis auf ganz wenige Abschnitte gut markiert. Vom Wanderparkplatz in Schöller, einem winzigen Ortsteil von Wuppertal, bin ich also gestartet.
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Selbst um kurz nach zehn Uhr steht die Sonne noch sehr tief und zieht lange Schatten. Ich verlasse den kleinen Ort über den Schöllerweg in Richtung Bundesstraße 7.
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Nachdem ich wenige hundert Meter der Bundesstraße gefolgt bin, gelange ich direkt hinter der Zufahrt zu den Kalkwerken Oetelshofen an eine Eisenbahnunterführung. Hinter dem kurzen Tunnel biege ich nach rechts ab und komme auf das weit verzweigte Gelände der Kalkwerke, das auf öffentlichen Wegen und Staßen zu durchqueren ist. An einer Industrieanlage ertönt ein ständiges Maschinendröhnen. Die Anlagen werden also selbst am Totensonntag nicht abgeschaltet.

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Es geht weiter an einem kleinen Reiterhof und einer kleinen Wohnsiedlung vorbei. Hier und da erhasche ich einen Blick in die Weiten und Tiefen des Kalkabbaugebietes.
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Hier ist die Entstehung eines sogenannten Tillmannsdorfer Sattel zu bewundern.
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Hinter diesem Naturdenkmal folgt ein erster kurzer Abschnitt mit einem gut befestigtem Waldweg. Ein Stück weiter fällt mein Blick auf den Ort Düssel. An dem Flüsschen Düssel treffe ich wieder auf den zweiten Teil des Eulenkopfweges. Die beiden Wege verlaufen parallel bis zum Dorfplatz. Wenn man der „2“ folgt, kommt man nach wenigen Metern, bei der Kirche, an ein paar netten Einkehrmöglichkeiten vorbei. Ich folge aber hier der „3“ und gleichzeitig eine Weile dem Neanderlandsteig.
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Endlich sehe ich einen schmaleren Weg, der allerdings auch gut befestigt ist. Die Freude vom Asphalt herunter gekommen zu sein wärt aber nur kurz. Es geht weiter über gut befestigte Wirtschaftswege an einem Hof vorbei und über einen kurzen Wiesenpfad, bis ich mich auf einem gepflastertem Fahrweg wiederfinde. Dieser führt auf einem kleinen Höhenkamm über Wiesen und Felder mit Fernblicken auf den „Eckbusch“, einem Wuppertaler Ortsteil, und auf die Kalkwerke.
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Ich verlasse den Pflasterweg und biege ab auf einen breiten Wirtschaftsweg. Dieser fühhrt mich über einen Reiterhof zum Ortsteil Hahnenfurt, wo ich wieder auf die Bundestraße 7 treffe.
Da ich mich am Ortsausgang befinde, wird hier etwas schneller gefahren. Sicherheitshalber suche ich Schutz hinter der Leitplanke. Es geht vorbei an Gut Heresbach, aus dem 15. Jahrhundert, bis kurz vor die Bahntrasse, wo ich endlich die Rennstrecke wieder verlasse.
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Noch ein kurzes Stück Über einen Wirtschaftsweg neben den Gleisen entlang und schon ist Schöller wieder in Sicht.
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Der letzte erhaltene Rest des ehemaligen Rittergut Schöller, sind der Bergfried und ein Teil der ehemaligen Burgmauer.
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Fazit:
Ein Wanderweg mit einem sehr hohen Hartbelaganteil. Eher etwas für einen ausgedehnten Sonntagsspaziergang und saubere Schuhe bei trockener Witterung. Ca. 12 Kilometer ohne nenneswerte Steigungen, jedoch einigen schönen Weitblicken und interessanten Einblicken in den Kalksteinabbau.

Herbstwanderung im Siebengebirge

Diesmal war ich von einer Wanderfreundin eingeladen, zu einer Tour durch das herbstliche Siebengebierge. Grundlage dafür war eine Runde von wandernbonn.de (http://wandernbonn.de/2014/03/21/gluecklicher-fruehlingsanfang-im-siebengebirge/).
Wir haben die Tour noch um einen Abstecher zur Rosenau und zur Löwenburg etwas erweitert.
Das Wetter zeigte sich von einer seiner besten Seiten und ließ den Wald in schönsten Herbstfarben leuchten. Dazu gab es grandiose Fernsichten an den vielen Aussichtspunkten. Der Weg bestand zum größten Teil aus schmalen Pfaden, die auf Grund des vielen Laubs manchmal kaum zu sehen waren. Kurzum: Wir waren begeistert.

Gestartet sind wir am Wanderparkplatz auf der Margarethenhöhe. Es wird dort an den Wochenenden eine Parkgebühr von 1,50 Euro fällig und der Parwächter weisst höflich aber bestimmt darauf hin, keinen Platz zu verschwenden und sein Fahrzeug vernünftig abzustellen.
Von dort ging es erst mal steil bergauf über den Rheinsteigzubringer auf den großen Ölberg, wo wir von der Terrasse des dortigen Restaurants zum ersten Mal für den Tag die tolle Fernsicht genießen konnten.
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Nachdem die Mädels der Toilette einen Besuch abgestattet hatten ging es wieder bergab bis zur Stuttgarter Hütte. Um den Wasserfall, so heist hier ein kleiner Berg, führte ein schöner Pfad, den wir uns nicht entgehen lassen wollten.
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Dann ging es auf direktem Weg zur Burg-Wüstung Rosenau, wo wir bei einer kurzen Pause Sonne und Aussicht genießenen konnten.
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Hier kam anschließend ausnahmsweise mal Otto, mein GPS-Gerät, zum Einsatz um uns wieder auf den geplanten Weg zurück zu führen. Otto meinte, es müsse da einen Pfad nach unten geben, wenn man um die Burgruine herum geht. Gesagt, getan … und etwas pfadähnliches wurde gefunden. Man könnte auch sagen, es ging schlicht geradeaus den Berg hinunter bis zur Eduard-Spoelgen-Hütte. Meine Mitwanderer meinnten, dass das höchstens ein Wildwechsel für Mufflons oder sonstige Klettertiere war. Aber Spaß hat es ihnen auf jeden Fall doch gemacht. Und eine Punktlandung an der Hütte hatten wir auch.
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Nun ging es geradewegs Richtung Rheinsteig und zur Brücke über die L 331. Dort haben wir den Rheinsteig aber gleich wieder verlassen und sind hinter der Brücke nach rechts abgebogen, zunächst bergab und in steilen Serpentinen wieder bergauf. Immer zielstrebig Richtung Milchhäuschen zu einem sehnsüchtig erwarteten Kaffee.
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Irgendwie hatten die gesamten Eindrücke wie Herbstfarben, Waldduft, Kaffeedurst und hochpreisiger Kaffeegenuss im Milchhäuschen zusammengenommen den Effekt, dass ich völlig den Faden verlor und nur noch unkontrolliert in der Natur herumknipste. Im nachhinein kann ich die Bilderflut gar nicht mehr genau zuordnen. Zum Glück musste ich mich nicht selbst orientieren, sondern fast nur hinterher dackeln.
Auf der Löwenburg übermannte mich dann fast völlig unvorbereitet ein Mampfanfall. Dieser war so heftig dass ich dort anscheinend gar keine Fotos machte, aber meine Vorräte gänzlich vernichtete.
Aber da macht alles nichts, wie ich finde. Die Bilder in meinem Kopf und auf meinem Chip in der Kamera sprechen für eine sehr gelungene Herbstwanderung.
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Dort oben befindet sich das Gasthaus auf dem Ölberg. Das weiß ich genau.

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Dass der bergische Weg bis ins Siebengebirge reicht, war mir auch nicht bewusst.
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Erfolgreich und nur leicht erschöpft erreichten wir wieder die Margarethenhöhe, wo wir uns zum Abschluss mit einer weiteren Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen belohnten.

Fazit:
Eine sehr gelungene Runde, reich an Pfaden. Ein Muss für Wanderer, die viel Wald und Fernblicke mögen. Bestimmt sehr schön zu jeder Jahreszeit.

Hier geht es zur Diashow mit mehr Bildern und hier ist mein aufgezeichneter GPS-Track zu finden.