Eulenkopfweg Teil 3

Der ursprüngliche Plan war Teil 3 und 4 zu verbinden wie die ersten beiden Teile. Auf Grund der kurzen Tage im November habe ich davon mal Abstand genommen. Das war auch gut so. Aber dazu später mehr.
Nach meiner eigenen Planung bin ich in Schöller gestartet statt in Düssel und bin dann noch in entgegengesetzter Richtung gegangen, wie in der Beschreibung auf Berg-Mark-Wege empfohlen, wo auch alles weitere zur Strecke zu finden ist. Die Strecke ist bis auf ganz wenige Abschnitte gut markiert. Vom Wanderparkplatz in Schöller, einem winzigen Ortsteil von Wuppertal, bin ich also gestartet.
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Selbst um kurz nach zehn Uhr steht die Sonne noch sehr tief und zieht lange Schatten. Ich verlasse den kleinen Ort über den Schöllerweg in Richtung Bundesstraße 7.
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Nachdem ich wenige hundert Meter der Bundesstraße gefolgt bin, gelange ich direkt hinter der Zufahrt zu den Kalkwerken Oetelshofen an eine Eisenbahnunterführung. Hinter dem kurzen Tunnel biege ich nach rechts ab und komme auf das weit verzweigte Gelände der Kalkwerke, das auf öffentlichen Wegen und Staßen zu durchqueren ist. An einer Industrieanlage ertönt ein ständiges Maschinendröhnen. Die Anlagen werden also selbst am Totensonntag nicht abgeschaltet.

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Es geht weiter an einem kleinen Reiterhof und einer kleinen Wohnsiedlung vorbei. Hier und da erhasche ich einen Blick in die Weiten und Tiefen des Kalkabbaugebietes.
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Hier ist die Entstehung eines sogenannten Tillmannsdorfer Sattel zu bewundern.
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Hinter diesem Naturdenkmal folgt ein erster kurzer Abschnitt mit einem gut befestigtem Waldweg. Ein Stück weiter fällt mein Blick auf den Ort Düssel. An dem Flüsschen Düssel treffe ich wieder auf den zweiten Teil des Eulenkopfweges. Die beiden Wege verlaufen parallel bis zum Dorfplatz. Wenn man der „2“ folgt, kommt man nach wenigen Metern, bei der Kirche, an ein paar netten Einkehrmöglichkeiten vorbei. Ich folge aber hier der „3“ und gleichzeitig eine Weile dem Neanderlandsteig.
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Endlich sehe ich einen schmaleren Weg, der allerdings auch gut befestigt ist. Die Freude vom Asphalt herunter gekommen zu sein wärt aber nur kurz. Es geht weiter über gut befestigte Wirtschaftswege an einem Hof vorbei und über einen kurzen Wiesenpfad, bis ich mich auf einem gepflastertem Fahrweg wiederfinde. Dieser führt auf einem kleinen Höhenkamm über Wiesen und Felder mit Fernblicken auf den „Eckbusch“, einem Wuppertaler Ortsteil, und auf die Kalkwerke.
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Ich verlasse den Pflasterweg und biege ab auf einen breiten Wirtschaftsweg. Dieser fühhrt mich über einen Reiterhof zum Ortsteil Hahnenfurt, wo ich wieder auf die Bundestraße 7 treffe.
Da ich mich am Ortsausgang befinde, wird hier etwas schneller gefahren. Sicherheitshalber suche ich Schutz hinter der Leitplanke. Es geht vorbei an Gut Heresbach, aus dem 15. Jahrhundert, bis kurz vor die Bahntrasse, wo ich endlich die Rennstrecke wieder verlasse.
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Noch ein kurzes Stück Über einen Wirtschaftsweg neben den Gleisen entlang und schon ist Schöller wieder in Sicht.
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Der letzte erhaltene Rest des ehemaligen Rittergut Schöller, sind der Bergfried und ein Teil der ehemaligen Burgmauer.
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Fazit:
Ein Wanderweg mit einem sehr hohen Hartbelaganteil. Eher etwas für einen ausgedehnten Sonntagsspaziergang und saubere Schuhe bei trockener Witterung. Ca. 12 Kilometer ohne nenneswerte Steigungen, jedoch einigen schönen Weitblicken und interessanten Einblicken in den Kalksteinabbau.

Eulenkopfweg Teil 1 und 2

Der Eulenkopfweg ist ein Wanderweg mit einer Gesamtlänge von 42 Kilometern in Nordrhein-Westfalen in den Städten Wuppertal, Wülfrath und Haan. Er besitzt als Wegzeichen einen stilisierten Eulenkopf (Stringocephalus burtini), ein Leitfossil der mitteldevonische Riffkalke. Der Wanderweg informiert über erdgeschichtliche, biologische, industriegeschichtliche und heimatkundliche Aspekte des Nordwestrandes Wuppertals und entstand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach einer Idee von C. Brauckmann unter Mitwirkung einer Arbeitsgemeinschaft des Fuhlrott-Naturkundemuseums Wuppertal. (Quelle: Wikipedia)

Da ich ganz in der Nähe wohne, nahm ich die Gelegenheit war, einen Wandertag völlig ohne Räder einzulegen. Leider war mir das Wetter nicht gut gesonnen, so dass ich insgesamt viermal unter den Regenponcho schlüpfen musste. Daher sind die Fotos auch nicht so toll. 200 Meter vor dem eigentlichen Ziel, habe ich dann aus meteorlogischen und ortskundigen Gründen die Tour abgebrochen und bin noch ein Stück auf einer alten, zum Fahrradweg umgebauten Bahntrasse in Richtung nach Hause gegangen.
Hierzu noch eine Warnung an alle Freunde und Anwender von GPS-Geräten. Die Trasse führt durch mehrere Tunnel in denen das GPS-Signal stark gestört ist. Um sich dort nicht zu verlaufen ist es ratsam einen magnetischen Kompass und eine analoge Karte benutzen. Vorteil der Tunnel ist, dass sie selbst bei sehr starkem Regen noch sehr dicht sind, so dass man mehrere hundert Meter trocken vorankommt … wenn man den Weg kennt.

Interessierte finden die KMZ-Daten und weitere Informationen zur Strecke, sowie Anfahrt per ÖPNV, Park- und Einkehrmöglichkeiten bei Berg-Mark-Wege.de. Die Angaben dort zur Gastronomie sind teilweise nicht auf dem neusten Stand.
Ich bin entgegen der dort beschriebenen Richtung gegangen.

Dies schöne Haus steht ein kleines Stück abseits der Route.
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Die Wege sind zum größten Teil breit und gut befestigt, da zum Teil noch in der Stadt.
In der Nähe von Wohngebieten ist der Asphaltanteil entsprechend hoch. Aber schnell befindet man sich auf dem für Lackschüchen ungeeignetem Land.
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Wer dann in die andere Richtung geht, hat diesen Blick.
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Aber ich bewege mich ja von der Stadt weg. Abwechlungsreich durch kleinere Waldabschnitte, über Felder und Wiesen, immer wieder an kleineren oder größeren Höfen und Ansiedlungen vorbei.
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Hier wäre es beinahe zu einem folgenschweren Zusammenstoß gekommen.
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Dort wo sich der erste und zweite Teil des Eulenweges begegnen, bin ich in Form einer Acht gewandert. Ein netter kurzer Plausch mit der joggenden Omi hat ergeben dass wir beide wasserdicht sind …. wenigsten von aussen nach innen.
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Dann kam ich an dieser geheimnisvollen Ruine vorbei. Ich konnte nicht anders und musste den Bauzaun unbedingt überwinden.
Es hat dort offensichtlich einmal gebrannt. Hinter dem Haus lag ein großer Haufen verkohltes Holz, viele sauber gestapelte alte Ziegelsteine und Fensterrahhmen. Der Boden im Haus war sauber mit Schlacke oder ähnlichem bedeckt und völlig entkernt von Holz und losen Steinen.
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Nach der Überquerung des Bachs Düssel, erreiche ich die pitoreske Ortschaft Düssel mit einem historischen Dorfkern, der zur Einkehr einlädt.
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Hofbesitzer arbeiten hier mit und lassen den Wanderer nicht aussen herum gehen. Anschließend am Friedhof vorbei auf die kleine Anhöhe. Ein sehr guter Ort für eine Rast, mit einem schönen Blick auf Düssel und Umgebung.
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Regen…. Na und? Ist doch nur Wasser. Andere wissen das auch.
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Der Aprather Mühlenteich, an dem ich schon als kleiner Junge die Enten gefüttert habe, wenn meine Eltern Sonntags mit mir hier heraus fuhren. Nun war ich zum ersten mal richtig hier. Nämlich zu Fuß. Ein kleines Stück weiter steht ein Kaiser Wilhelm Denkmal, von dem aus man einen kleinen Blick auf die Reste von Schloss Aprath hat.
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Dann, auf einer Anhöhe entdecke ich den modernen Fernmeldeturm und den alten Wasserturm in trauter Zweisamkeit.
Der Kleine wird übrigens wegen seiner Form im Volksmund liebevoll „Atadösken“ genannt … und der Lange „Bleistift“
, weil erst die Säule mit der Spitze gebaut wurde und der Aufbau später am Stück hoch gewuchtet wurde.
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Ein sehr unschöner Abschnitt durch und am Rande eines Wohngebietes hinunter zum historischen Kalktrichterofen, der nur an bestimmten Tagen auch von innen zu besichtigen ist.
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Hier reisst dann auch die Bilderflut ab. Wie bereits anfangs erwähnt brach ich hier die Tour ab. Wegen eines sehr starken Gewitterregens zog ich es vor die Kamera sicher zu verstauen und wählte ca. 200 m vor dem eigentlichen Ziel eine Abkürzung über die sogenannte Nordbahntrasse. Wegen des rutschig, geschmeidigen Weges war ich gezwungen meine Hose und den Poncho gesäßwärtig kräftig und flächendeckend mit Schlamm und Lehm einzureiben, weil ich den Fuß eines kleinen Hangs halbliegend, oder fast sitzenderweise erreichte.

Ach ja, dann war da noch das kleine Kind, das sich mit seiner erwachsenen Begleitung am Ende des Tunnels wohl vor dem Regen rettete. Das Kind schaute mich mit immer größer werdenden Augen an als ich dreckig, nass und eingehüllt in eben einen solchen Poncho aus dem Halbdunkel des Tunnels trat. Ich erwartete ein zartes, bebendes Kinn, rollende Tränen und Geschrei. Aber nichts dergleichen. Das Kind erkannte mein freundliches Lächeln und erwiederte es. Wenn auch etwas schräg und leicht irritiert.
Ungefähr 150 m vor meiner Haustüre wurde ich für die letzten Schritte wieder von der Sonne verwöhnt.

Fazit:
Für die Stadtnähe überraschend viele Pfade und unbefestigte Wege. Sehr abwechslungsreich mit vielen Aussichten. Interessant mit dem geologisch, historischem Hintergrundwissen.

Wupperpfade Teil 2

Dies ist nun der zweite Teil einer Riesenwanderung links und rechts der Wupper zwischen der Rutenbeck / Buchenhofen und Müngsten. Ich habe die ursprüngliche Strecke von 35 km mit einem sehr hohen Pfadanteil kurzer Hand geteilt, weil ich keinerlei olympischen Ambitionen habe.
Gestartet bin ich wieder am Strandcafe in der Kohlfurth und ging dieses mal in südliche Richtung. Bei meiner Ankunft am Start wurde gerade emsig ein kleiner Flohmarkt aufgebaut, der dort in den Sommermonaten regelmäßig am ersten Samstag im Monat stattfindet. Aufgrund der Ferienzeit war nicht viel los, es reichte jedoch meinen Start leicht zu verzögern. Ich witterte Beute, machte welche und führte noch ein paar kurze Gespräche. Nachdem ich die neue Errungenschaft ins Auto gepackt hatte, ging es endlich los.
Schnell lag der kleine Ort Kohlfurth hinter mir und ich befand mich zunächst auf dem Wuppertaler Rundweg, der mich schnell auf die Wupperhänge zur ersten Aussicht führte.
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Dieser Abschnitt des Wuppertaler Rundweges ist reich an Pfaden und Wald. Hin und wieder gibt die Vegetation ein Blick auf den gegenübeliegenden Hang frei. Wie hier, auf den Flecken Papiermühle, welcher später auf meinem Rückweg liegt.  k-DSCF5047k-DSCF5043 k-DSCF5050 k-DSCF5051 k-DSCF5053

Im Grunde könnte ich diesem Weg bis kurz vor Müngsten folgen. Aufregender war es aber ihn immer wieder zu verlassen und auf den Reitwegen die die gleiche Richtung hatten zu wandern.
So kam es, wie es kommen musste. Ich begegnete einer Reiterin. Wir begrüßten uns höflich und sie fragte mich warum ich denn auf den Reitwegen wandere und nicht auf dem Wanderweg nebenan? Dort sei doch bestimmt viel angenehmer zu gehen.
Darauf erwiederte ich, dass ich es als überaus angenehmer empfinde auf einem Reitweg einer jungen, hübschen Reiterin zu begegnen, als auf dem Wanderweg einem ollen, bärtigen Wanderer.
Laut lachend und leicht errötent stimmte sie mir zu und antwortete schlagfertig mit einem  Augenzwinkern, dass ich mich auch ein mal in ihre Lage versetzen solle. So lachten wir beide und gingen gut gelaunt unserer Wege. Sie hoch zu Ross und ich wieder mal in kurzen Hosen durch Brennesseln.
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So kam ich an den Morsbach, kurz bevor er sich in die Wupper ergießt. Hier in unmittelbarer Nähe befindet sich auch ein großer Parkplatz, von dem man auch starten könnte, oder nur den Brückenpark mit ein paar kurzen Rundwegen besuchen kann.
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Einer von den beiden Diederichstempeln. Der andere steht bei Schloss Burg.
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Hier hatte ich etwas Mühe den versteckten, alten Weg unten an der Wupper entlang zu finden. Aber ich fand ihn und bekam so mal einen anderen Blick auf den Brückenpark mit dem uralten Minigolfplatz, den ich schon seit meiner Kindheit kenne. Da das Wetter recht gut war, wurde hier und da sogar in der Wupper geplanscht.
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Eben weil dieser alte Weg nicht mehr gepflegt wird, sind die Zugänge recht zugewachsen. Das hatte zur Folge dass ich recht irritierte Blicke erntete, als ich bei der Schwebefähre aus dem Unterholz gekrochen kam. Ein Reh bricht aus dem Wald …. dachte ich dabei mit einem Lächeln.
Nun ja. Die Schwebefähre. Eine durch reine Muskelkraft zu bewegende Seilbahn über die Wupper. Meine persönliche Jungfernfahrt stand kurz bevor. Ich konnte mich gerade noch kurz mit den aushängenden Beförderungsbedingungn vertraut machen, da kam sie auch schon angesaust….. ganz gemächlich. Nur gut, dass ich noch nichts getrunken hatte.
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Geschwindigkeitsrekorde wird es hier keine geben. Und durch die pumpende Auf- und Abbewegung kommt die Fähre hervorragend ins wippen, so dass es kaum noch möglich ist zu fotografieren. Am Ende einer aufregenden und anstrengenden Wupperüberquerung (man musste selbst pumpen) durfte ich nach geleisteter Arbeit noch den Fahrpreis in Höhe von einem Euro berappen. Aber ich tat es gerne.
Da der Brückenpark an diesem Tag gut besucht war und ich es gerne etwas ruhiger hätte, blieb mir nur der Durchmarsch.
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Auch hier später wieder selten benutzte und schlecht bis nicht gepflegte Wege zu den Wupperklippen..
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Schließlich kam ich auf eine höher gelegene Freifläche mit einem grandiosem Rundumblick auf Cronenberg, Solingen und Remscheid.
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Dann ging es wieder hinunter zur Wupper und dem kleinen Ort Papiermühle. Dieser Flecken wird so genannt, weil hier Mönche des Altenberger Klosters um 1520 die erste Papiermühle im Herzogtum Jülich und Berg errichteten. Hier wurde Papier hergestellt und Bücher gedruckt. Zuletzt unter anderem speziallisiert auf Packpapier für die Stahlwarenindustrie wurde hier bis in die 1990er Jahre produziert.
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Dann stand ich vor diesem großen Tor. Es wäre ein Leichtes gewesen es zu umgehen um zu erkunden was sich dort hinter dem Hügel verbirgt. Leider drängte die Zeit und das im Anmarsch befindliche Gewitter mich meinem Weg fortzusetzen. Aber eins ist Gewiß. Ich komme wieder.
Ich kam an einer vergessenen Allee vorbei. Otto, mein GPS-Gerät veriet mir dass sie meinen geplanten Weg geringfügig abkürzte obwohl mein Kartenmaterial hier keinen Weg anzeigte. Die Allee endete im Nichts. Also im Unterholz durch das ich mich wieder kämpfen musste. So löste sich mein kleiner Zeitgewinn wieder in Wohlgefallen auf.k-DSCF5140 k-DSCF5143

An diesem mit Seerosenblättern bedeckten Teich stand vor ca. 100 Jahren ein großer Schleifkotten, in dem zeitweise um die 50 Menschen ihrer Arbeit nachgingen. Er verfügte über ein Wasserrad und eine Dampfmaschine, weshalb er einen sehr leistungsfähigen leistungsfähigen Maschinenpark hatte. Durch einen Brand wurde er in wenigen Stunden vollkommen zerstört und nicht wieder aufgebaut. Leider habe ich versäumt die Informationstafel zu fotografieren und kann meinem manchmal etwas sturen Gedächtnis nur wenige Eckdaten entlocken. Dafür verdunkelte sich langsam der Himmel.
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Die letzten 400 Meter führen über Asphalt am Cafe Hubraum, einem sehr bekannten Bikertreff, vorbei. Dann nur noch kurz über die Wupper und mein Ziel ist erreicht.
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Auf der Kohlfurther Brücke sitzen die Spinnen wegen des aufziehenden Gewitters auf Posten um ihre Netzte zu schützen. Vielleicht. Ich kenne mich in diesen Dingen nicht sonderlich gut aus.
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Gerade noch rechtzeitig erreiche ich das Strandcafe wieder, als die ersten Regentropfen auf die Sonnenschirme klopfen. Gegenüber im Cafe Hubraum herrscht hektische Aufbruchstimmung, während hier recht gelassen ein wenig Kram weggeräumt wird. Ich trinke rasch mein kastriertes Weizenbier, begebe mich auf die Heimfahrt und erlebe einen sehr heftigen Gewitterschauer unterwegs im Auto. Glück gehabt.
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Fazit:
Bei dieser Wanderung war der Pfadanteil nicht ganz so hoch wie im ersten Teil. Dafür gab es als Highlight die Fahrt mit der Schwebefähre und für die, die ihn noch nicht kennen, den Brückenpark an der Müngstener Brücke. Hervorragend ist das grandiose Dreistädtepanorama im letzten Drittel. Und am Rande bekommt man auch noch ein wenig industriegeschichtliches geboten.

Es gibt noch eine Diashow dazu mit noch mehr Fotos und den aufgezeichneten, leicht von ein paar Irrläufern bereinigten Track.

Burgholz – Klosterbusch – Eichenheidbusch

Das waren wieder sehr viele Pfade und sehr viel Wald nahe der Wupper zwischen Sonnborn und Kohlfurth.
Als Start und Ziel hab ich mir völlig uneigennützig wegen der Schlusseinkehr das Strandcafe direkt an der Wupper ausgesucht. Von dort ist man nach wenigen Metern schon im Wald.

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Zunächst führte der Weg ins Kaltenbachtal am Manuelskotten vorbei. Hinter dem Kotten verlasse ich das Tal in Richtung Burgholz.
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Nach dem ich die Solinger Straße überquert habe, bin ich schon im Staatsforst  Burgholz, einem recht großen Waldgebiet, in dem sich auch das größte Arboretum Deutschlands befindet. Dort stehen einige Bäume die man hierzulande eher nicht findet.
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So schlängelt sich mein Pfad weiter durch diesen Wald bis hinunter zum Burgholzbach, wo sich bis vor wenigen Jahren noch der Nöllenhammer befand und von dort wieder steil hinauf in Richtung Hensges-Neuhaus. Und wieder hinab zum Bach.
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‚Wie man sieht gibt es hier viele Pfade und Wege. Dem Navi sei Dank dass ich mich nicht verlaufen habe.
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Oft ist der Pad auch nur noch schwer zu erkennen, oder gar nicht vorhanden. Wer den Weg nachgehen möchte sollte ein Navi mit diesem Track, oder eine sehr gute Karte benutzen.
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Bei dem vielen Auf-und-Ab muss ich auch hin und wieder auch mal ein wenig verschnaufen. Da kam mir dieser niedliche Baumstumpf gerade recht.
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Bis ich zur Trasse der ehemaligen Burgholzbahn, auch Samba wegen des schaukelnden Schienenbusses genannt, kam. Die stillgelegte Bahnstrecke, die heute als Rad- und Wanderweg dient, verbindet die Stadtteile Elberfeld und Cronenberg. Aus einem Teil der Gleise hat man Zaunpfosten gemacht. Die werden wohl noch eine Weile halten.
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Nach der kurzen Stippviste an der Sambatrasse werde ich auf einen Pfad umgeleitet und komme an einem Stolleneingang vorbei.
Nein, das ist nicht der Burgholztunnel.
Kurz danach komme ich wieder auf die Trasse in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Bhf Burgholz. Heute ist das eine Gaststätte mit Biergarten und zivilen Preisen. Das musste ich mir natürlich etwas genauer ansehen und ein wenig Flüssigkeit zuführen.
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An der Kaisereiche verließ ich schließlich die Trasse endgültig. Der folgende Abschnitt war nicht so schön weil mich die L 418 pausenlos anbrüllte.
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Bei diesem Schild musste ich innehalten und scharf nachdenken. Ich dachte so messerscharf dass mein Gehirn fast blutete. Aber ich kam einfach nicht hinter das wofür und warum. Ausserdem wollte ich vor Sonnenuntergang wieder zurück sein.

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In der Rutenbeck hinter der Jugendfarm überquerte ich endlich die Wupper.
So, jetzt nur noch schön gemütlich am Fluss entlang …
Aber falsch gedacht. Mein Weg führte mich nochmal richtig hoch in Richtung Solingen durch den Klosterbusch und den Eichenheidbusch.
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Hier gab es dann zur Abwechslung auch mal einen breiteren Wirtschaftsweg.
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Am Friedenstal kam nochmal ein kurzer, aber knackiger Anstieg die schmale Straße hinauf und ein Stück weiter ging es wieder einen steilen Pfad hinunter bis ans Wupperufer. Endlich wieder heil am Amazonas des Bergischen Landes angekommen, musste ich erst einmal meinen Otto befragen ob ich nun unten bleiben darf. Erleichtert war ich als ich die Lizenz zum Untenbleiben erhielt.
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Wie gesagt war der Rest des Weges von nun an relativ flach, aber teilweise auch Regenwald gleich.
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Und dann nach den ersten Metern wieder in der Zivilisation. Balkonpflänzchen in hohlen Betondingern säumen wie Bäume eine Allee, die frostgeschädigte Straße. Sie weisen mir den Zieleinlauf zur finalen Kohlfuther Brücke, wenige Meter vor meinem eigentlichen Ziel, dem Strandcafe.
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Selbst die Gelegenheitskanuten haben mir bei ihrer pünktlichen Durchfahrt zugejubelt.
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Fazit:
Es waren am Schluss anstrengende 19 km Strecke mit 680 zu überwindende Höhenmeter, wovon einige recht steil waren. Viel zu sehen gibt es unterwegs nicht, da man meistens im dichten Wald ist und viel auf schmalen Pfaden geht, wo man aufpassen sollte wo man hintritt. Eine angenehme Überraschung war der Boxenstop im Burgholz am ehemaligen Bahnhof der Sambatrasse.
Ein Minus bekommt ganz klar das Stück parallel zur L 418 sowie deren Überquerung. Die später deutlich zu hörenden Fahrgeräusche der L 74 waren nicht ganz so schlimm, weil der steile Abstieg und der darauf folgende Regenwald meine volle Konzentration forderten.

Und hier geht es zur Diashow mit noch mehr Bilder.

Rund um Sudberg

Beim Durchstöbern meiner Wanderliteratur bin ich fündig geworden bei „Wuppertal – Erlebniswanderungen rund um die Stadt“, erschienen im Droste Verlag, geschrieben von Jörg Mortsiefer.
Kurz vor ab und vorne weg bemerkt, ist dies eine Route auf vielen, schmalen Waldpfaden mit wenigen Fernblicken und einer Prise Handwerks- und Straßenbahngeschichte.
Ich bin immer wieder überrascht wie schön es doch direkt vor der eigenen Haustüre ist.
Das Wetter an diesem ersten Sonntag im März war freundlich, aber noch ein wenig kühl. Aber ich will mich ja warm bewegen.
Es geht los im Herzen Cronenbergs, einem Wuppertaler Stadtteil in naher Nachbarschaft zu Remscheid und Solingen gelegen. Das Stadtbild wird von teilweise verschieferten Fachwerkhäusern bestimmt. Am Ortsausgang stehen noch ein paar prunkvolle Bürgerhäuser alter Fabrikanten. Ich folge in Richtung Süden ca. 400 m der Rathausstraße und biege nach links in ein Wohnviertel.

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Nachdem ich nochmal schlappe 400 m durch das Wohnviertel geschlufft bin, steh ich mitten im Wald, wo mir nach weiteren wenigen Metern folgendes Bild geboten wird.
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Ich kann es kaum fassen. Vor wenigen Metern stand ich noch in der Stadt und nun folge ich auf einem schmalen Pfad dem gemächlich dahin plätschernden Rheinbach talwärts. Ein paar mal muss ich den Bach ohne Hilfsmittel wie Brücken, Seile oder Fähren queren und komme an mehreren Fischteichen vorbei, die zum ehemaligen Tescheshammer gehörten. Vorbei am ehemaligen Hammer „Blumbergs-Köttchen, bis mich der Wald an einem großen Parkplatz im Morsbachtal, gegenüber der Gaststätte „Zur Wildschütz Aue“ wieder ausspuckt.
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Vor dem Parkplatz wende ich mich nach rechts, Richtung Berg. So nennt sich dieser kleine Flecken am Morsbach mit seiner spärlichen Besiedelung und einem urzeitlichen Gartenmonster.
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Ich verlasse wieder die Straße und gehe zum Brecker Hof. Achtung! Den dort abzweigenden Trampelpfad musste ich suchen. Er ist schwer zu erkennen und führt mit kräftiger Steigung durch dichtes Ilexbuschwerk den Wald hinauf.
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So gelange ich in Hintersudberg hinen, den südlichsten und sehr verwinkelten Ortsteil von Wuppertal.
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Der Weg führt mich über Serpentinen und Pfade zum Südpol Wuppertals, oberhalb Müngstens. Auf diesem Teilstück gibt es einen Fernblick nach Remscheid.
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Endlich erreiche ich am Hang den oberen Rand der Kohlfurth, eine kleine Siedlung an der Wupper. Am gegenüber liegenden Wupperufer beginnt Solingen.
Nebenbei bemerkt befinde ich mich schon eine Weile auf dem 102 km langen Wuppertaler Rundweg und ich muss sagen dass mir dieser Abschnitt ausgesprochen gut gefällt.
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Es geht nur kurz durch einen kleinen Teil der Ortschaft bis ich wieder auf einen schmalen Trampelpfad abbiegen muss. Ich halte inne und überlege eine Weile ob ich nicht doch zur Wupper hinunter gehe. Ein Tankstop im dortigen Strandcafé wäre nicht schlecht. Allerdings sind das ca. 600 m den Berg hinunter, die ich anschließend auch wieder hinauf muss. Und ich muss ohnehin noch eine Menge hinauf.
Ein weiteres Highligt direkt gegenüber des Cafés wäre die bergische Museumsbahn.
Ich entscheide mich jedoch in erster Linie wegen des Zeitfaktors gegen die Einkehr und betrampel den schmalen Trampelpfad in den Wald.
In einem tieferen Taleinschnitt links neben mir verläuft das Gleis der Museumsbahn, welches ich am Haltepunkt Petrikshammer überquere und kurz danach zum Manuelskotten, dem letzten noch funktionsfähigen Schleifkotten auf Wuppertaler Gebiet, komme.
Der Fahrplan ist noch auf dem Stand des Vorjahres.
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Der weitere idyllische Weg durch das Kaltenbachtal führt an weiteren ehemaligen Hämmer und Kotten vorbei, auf die auf entsprechenden Hinweistafeln mit geschichtlichem Informationen hingewiesen wird. Am Bahnhalt Friedrichshammer überquere ich das Gleis ein zweitesmal und folge ihm unterhalb der Trasse am Kaltenbach entlang bis zum nächsten Haltepunkt namens Kaltenbach. Dort verlasse ich die Bahntrassse und gehe weiter den Berg hinauf, wo ich bald die Kirchturmspitze von Cronenberg wiedersehe.
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Ein kleines Stück geht es noch durch das dörfliche Cronenberg. An der letzten Ecke steigt mir der fast unwiederstehliche Geruch eines Imbisses in die Nase. Augenblicklich bekomme ich Lähmungserscheinungen in den Beinen und werde fast magisch auf der Duftspur dort hin getragen. Die Tür steht offen und ein erwartungsfroher Blick des Personals streift mich. Ein kurzer, leichter Windstoß pustet mir die Spur von der Nase. Ich bekomme im wahrsten Sinne des Wortes in letzter Sekunde die Kurve und wiederstehe der fleischlichen Lust auf die Wurst.
Schnell tausche ich am Auto die Wanderschuhe gegen meine Clogs, steige ein und schließe alle Fenster und Türen. Jetzt rasch noch ein Salmiakbonbon in den Mund geschoben und die Wurstlust ist vergessen.
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Diese Runde hat mir ausgesprochen gut gefallen. Beim nächsten mal mit Tankstop im Strandcafé gefällt sie mir noch besser.

Noch mehr Bilder von der Wanderung findet ihr in meiner Diashow.

 

Die Wiedergeburtsstrecke (Nordbahntrasse)

Im November 2012 ging ich nochmal die Strecke, auf der ich zufällig entdeckte dass ich wieder längere Strecken schmerzfrei zurücklegen kann. Siehe Neugeburt.
DIes ist ein Teilabschnitt der Nordbahntrasse in Wuppertal.
Das meiste Laub lag schon am Boden und das restliche in den Bäumen präsentierte sich in den bekannten Herbstfarben. Am sogenannten Briller Kreuz ging ich mit einem Bekannten auf das Schotterbett, aus dem bereits das Gleismaterial und die Schwellen entfernt waren, in Richtung Westen bis zum Ende am Bahnhof Vohwinkel.
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Die meisten der ehemaligen Bahngebäude stehen noch, werden jedoch schon seit Jahren anders genutzt, da die Strecke bereits im Jahre 1998 komplett stillgelegt wurde.
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In Höhe des Sonnborner Autobahnkreuz befindet sich auf der nördlichen Seite eine ehemalige, abgedeckte Mülldeponie, die es zu erklimmen gilt.
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Irgenwo fanden wir noch eine große Lagerstätte…
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Wenige hundert Meter vor unserem Ziel befand sich ein Großer alter Lokschuppen mit ein Paar Nebengebäuden. Alles sehr verwahrlost und vergessen. Aber nicht von allen.
Die Wandflächen waren übersäät von unzähligen Graffitis. Und eine Menge Unrat lag herum.
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Die Natur ist bereits dabei alles zurück zu erobern.
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Hier muss vor langer Zeit eine Haltestelle gewesen sein. Bestimmt für die Menschen die hier ihrem Tagewerk nachgingen.
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Dusteres, nicht einladendes Bahngelände eben
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Und das bei eigentlich freundlichem Wetter.
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Zurück sind wir dann mit den Öffentlichen.