Moselsteig von Nittel nach Konz

Die dritte Etappe des Moselsteigs, von Nittel nach Konz ist wieder ein wahres Feuerwerk der Fernblicke. Ich habe sie allerdings um ca. 2,5 km verkürzt, da sich in Wasserliesch, nur wenige hundert Meter vom Moselsteig entfernt, meine Unterkunft befand. Ausserdem ist das letzte Stück nicht sonderlich hübsch und führt wieder sehr nah an der B419 entlang.
Ich ließ mich also in Nittel aussetzen und wanderte von dort im Prinzip wieder nach Hause.
Nittel ist wie die meisten Moselorte geprägt vom Weinbau und Tourismus. Über den Zuweg geht es mitten durch den Ort, teilweise am Nitteler Bach entlang auf die angrenzenden Weinberge. Dort trift man auf den Felsenweg, dem man eine ganze Weile folgt. Auf entsprechenden Informationstafeln kann man etwas über die Geologie und Geschichte des Moseltals an dieser Stelle lernen. Das Auge wird mit schönen Ausblicken belohnt, für die es sich immer wieder lohnt stehen zu bleiben und zu genießen. Der Weg verläuft erst direkt unterhalb der markanten Felswand auf Wirtschaftswegen und anschließend oberhalb auf einem schmalen Pfad durch üppigen Bewuchs an der Hangkante entlang.
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Dann gelangt man auf das Hochplateau zum Hunsrück, wo fern der Bundesstraße hinter der Hangkante wieder wohltuende Ruhe für die Ohren einsetzt. Der Weg führt auf Feld- und Wiesenwegen durch weitläufige Rapsfelder teilweise auch an Waldrändern entlang, bis ein größeres Waldgebiet durchquert wird. Immer wieder muss ich stehen bleiben und die Blicke genießen.
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An dieser Stelle werde ich durch ein Warnschild aufgehalten. Ich lausche in den Wald, höre jedoch kein brechendes Geäst oder Motorsägenlärm. Als setze ich verbotenerweise meinen Weg fort und muss wenige Meter weiter über querliegende Bäume klettern. Als ob Rübezahl Mikado gespielt hätte.
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Irgendwo gibt der Wald einen Blick auf Tawern in einem entfernten Tal frei. Hinter dem Wald geht es wieder ein kurzes Stück durch die Felder. Zum Teil über sehr zugewachsene Feldwege und durch Weinberge hinab in Richtung Fellerich.
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Bevor es in den Ort geht, biegt der Weg in den nächsten Wald ab. Über zunächst breite Forstwege folge ich eine Weile dem Abach, bis ich auf einen Pfad treffe der langsam wieder bergan führt. Kurz darauf folgt ein recht knackiger, und nicht kurzer Anstieg durch den Wald, bis ich kurz vor der Kuppe auf einen Hinweis treffe. Es wird eine ausgeschiderte Alternativroute durch ein Orchideengebiet angeboten. Nach 1,6 km trifft man dann fast ohne Umwege wieder auf den Moselsteig.
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Ich folge der Alternative und befinde mich bald oberhalb von Wasserliesch im Naturschutzgebiet „Perfeist“. Die Wege im Orchideengebiet sind zum größten Teil asphaltiert und führen zunächst durch geschützte Wiesen. Dort wo die seltenen Pflanzen wachsen, sind die Flächen durch zusätzlich Barrieren geschützt. Anscheinend war gerade keine Blütezeit. Mir sind jedenfalls keine besonderen Blümchen aufgefallen.
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Ich verlasse das Naturschutzgebiet über einen Asphaltweg an Aussichtspunkten ins Moseltal vorbei und gelange bei der Löschemer Kapelle wieder auf den Moselsteig. Von dort geht es über teils gesicherte Pfade sehr steil durch den Wald bergab. Da es in der vorherigen Nacht geregnet hatte, war der Boden äusserst rutschig. Ohne das Holzgeländer hätte ich bestimmt mehrfach die Textilbremse einsetzen müssen.
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Wie immer findet man zum Schluss noch mehr Bilder in der Diashow und den leicht geänderten Track.

Moselsteig von Palzem nach Nittel

Gleich zu Anfang möchte ich erwähnen dass mir diese Etappe aus verschiedenen Gründen nicht sonderlich gut gefallen hat.
Das hat jedoch nichts mit der etwas verkorksten Anfahrt zu tun.
Wir stellten das Auto am Ziel in Nittel ab, gingen zur Haltesation und fuhren mit der nächsten Bahn Richtung Palzem. Zwei Stationen vorm Ziel quäkte es aus dem Lautsprecher: „Dieser Zug endet hier. Bitte alles aussteigen.“ Aha, an Samstagen fahren hier die Züge etwas anders. Nun hatten wir in Wincheringen eine Stunde Zeit den Fahrplan genauer zu studieren, bis die nächste Bahn kam. Was uns am Ende nicht wirklich schlauer machte.
Endlich in Palzem angekommen, waren es nur ca. 600 m bis zum Moselsteig.

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k-DSCF3544Hier dachte ich zuerst dass das eine Wagenburg für Erntehelfer ist. Jedoch stehen die recht heruntergekommenen Wohnwagen eher abgestellt als hingestellt.

Noch ein kurzer Blick zurück auf Palzem und dann geht es weiter über breite Waldwege, ein Stück entlang der Via Caliga bis zur Helfantermühle.
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Ein kleines Stück weiter fällt unser Blick auf Helfant, mit der als Helfanter Dom genannten Pfarrkirche St. Bartholomäus. Es folgen weitere Kapellen, wovon eine langsam von einem Neubaugebiet umschlungen wird und von den Kindern dort als Garage genutzt wird.
Wir stellten uns die Frage ob in Helfant wohl lauter hilfsbereite Helfanten leben.
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Im Folgenden ein paar Bider, die mir dieser Etappe einen faden Beigeschmack gegeben haben.
Zum einen die Stelle, die zum Verdruss der Anwohner wohl des öfteren als Toilette benutzt wurde, offensichtlich mit „Unkraut-Ex“ behandelte Weinberge und der Weg entlang einer langweilen Weinbergstützmauer.
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Mag sein dass diese Aussicht bei Sonnenschein recht schön ist. Zu dem Zeitpunkt regnete es leicht. Uns gefielen die kargen bewirtschafteten Flächen nicht, die oftmals frisch gepflückt, frisch bepflanzt oder behandelt, eher wie eine ausserirdische und unnatürliche Landschaft auf uns wirkten.
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Frisch lieblos aufgeschüttete Wege nehmen der Natur ihre Natürlichkeit und ihre Ursprünglichkeit, während angelegte Stufen die wie eingewachsen wirken nicht störend sind. Na gut, die Zeit wird es wohl richten.
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Nicht zu verzeihen sind allerdings die auffallend vielen Neubaugebiete die wir unterwegs sehen mussten. Sie wirkten sehr surreal auf uns. Da hätte ich mir eine andere Wegführung gewünscht. Es kam nicht mal ein sehenswerter, historischer Ortskern auf dieser Etappe .
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In Rehlingen möchte ich auf diesen Weg hinauf zur Friedhofskapelle aufmerksam machen. Die vom Regen nassen Steinplatten auf dem recht steilen Anstieg waren sehr, sehr rutschig. Obacht bitte!
Dafür wird man oben mit einem tollen Panoramablick auf die Mosel entschädigt.
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Subjektive Mondlandschaft und objektive Großbaustelle. Zum Glück folgt darauf bald ein schöner, schmaler Pfad.
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Diese Art der Schuttverklappung hat nicht wenig Hinterhofcharakter.
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Noch ein Beispiel für beispiellose Unkrautvernichtung.
Ob ich bei derartigem Einsatz von Chemie noch Wein trinken mag?
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Für diese Kapelle verließen kurz den Moselsteig und machten ein klitzekleinen Umweg.
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Zum Schluß ging es nochmal unvermeidlich durch ein Neubaugebiet in den Zielort Nittel hinein.
Mehr Bilder sind wieder in der Diashow zu sehen.

Anzumerken hätte ich noch dass uns während fast der ganzen Tour die unschöne Geräuschkulisse der B 419 begleitete, weil man auf dieser Etappe nur zu Anfang ein kurzes Stück weit genug aus dem Tal heraus kommt, wie anhand des aufgezeichneten Tracks zu sehen ist.