Extratour Kuckucksweg

Da ich recht früh am Tag mein Basislager in Bad Endbach verließ um wieder gen Heimat zu reisen, legte ich meine Route an einer letzten Extratour entlang. Dem Kuckucksweg. Weil der Name Kuckucksweg schon so lustig klingt musste ich ihn auch gehen. Geplant war als großes Ganzes die Heimreise mit einem Zwischenstop zwecks kleiner Rundwanderung mit Schlusseinkehr zur Nahrungsaufnahme. Es kam leider auch diesmal wieder etwas anders.
Start- und Zielpunkt war der Gasthof Kanzelstein in dem Dorf Eibach bei Dillenburg.
Es geht einem kleinem Sträßchen mit schmucken Eigenheimen entlang und Schwups stehe ich schon wieder im Matsch. Das lag aber eher an dem seit Tagen regnerischem Wetter. Wertfrei ausgedrückt ist man nach guten 200m wieder im Grünen.
Im groben führt der Weg über Streuobstwiesen, Felder und Wälder in einem Bogen rund um Eibach herum. Wirkliche Highlights bekommt man nicht geboten. Vielversprechend sind aber die vielen Aussichten auf die Landschaft.
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Der Himmel droht schon ganz bedrohlich und treibt mich mehrere Male in meine Regenjacke. Diesmal gab es aber auch ein wenig Sonne unterwegs.
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Ich komme am Hozhauser Hof vorbei. Dort begegne ich tatsächlich einem grüßenden, menschlichen Wesen. Eine Frau füttert im Regen ein paar Ziegen und ein paar Meter weiter zeigt sich wieder mal für ein paar Wimpernschläge die Sonne. k-DSCF5978 k-DSCF5979 k-DSCF5980 k-DSCF5983

Im Folgenden gibt es auch nicht mehr viel zu berichten. Ausser vielleicht dass ich x-mal die Regenjacke an- und ausgezogen habe.
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Ein kleines Erlebnis hatte ich nach einer Waldpassege.
Während einer ganzen Weile hörte ich Hundegebell in der Ferne. Dann bellten mal mehrere Hunde. Ich wähnte mich in der Nähe der Siedlung und vermutete Sonntagsnachmittagsgassigänger mit ihren kläffenden Pinschern. Dann bellten auf einmal soviel Hunde dass mir auch eine Treibjagd in den Sinn kam.
Ich kam an einen Parkplatz mit einer weiter hinten liegen Grillhütte. Auf dem Parkplatz standen einige kofferraumbekäfigte Großraumlimousinen mit großen Hunden und einige wetterfest bekleidete Menschen. Ich hielt es für klug mich doch nicht über das nervige Gekläffe zu beschweren. Leider fehlten wohl wegen umfangreicher Waldarbeiten in unmittelbarer Nähe ein paar Schilder, so dass die Wegführung an dieser Stelle nun etwas unübersichtlich war. Daher fragte ich die ambitionierten Sportgroßhundehalter nach dem Weg. Auf meine Frage erhielt ich die Antwort dass man sich ja auch nicht auskenne weil man ja sowieso wegen der Tiere und so weiter. Ich bedankte mich freundlich, betrat die Waldbaustelle und machten mir so meine Gedanklen über merkwürdige Hunde und deren merkwürdigen Halter. Offensichtlich hatte ich mich da etwas verannt. Nein. Ich renne doch nicht. Ich hatte mich verlaufen. Nein, auch nicht. Da ich auch nicht laufe, hatte ich mich am Ende gar vergangen? Ach was. Ich beschloss das zu einem späteren Zeitpunkt auszuphilosofieren, zückte mein Navi und kam wieder in die Spur.
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Auch hier waren riesige Windmaschinen in Betrieb. Wohl um die Regenwolken fort zu blasen. Ich halte das für pure Energieverschwendung. Zumal einige tief hängende Wolken so stark beschädigt wurden dass sich ihr Inhalt über mich ergoss.
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Folgendes Wegstück erachtete ich als erwähnenswert.
Über diesen Feldweg geht es einen Hang hoch. Kurz vor dem Gipfel beschreibt er  einen Bogen und es eröffnet sich die Landschaft.
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An dieser Stelle machte mich das Navi auf eine „schöne Aussicht“ aufmerksam. Ich habe mich echt bemüht und mich wirklich angestrengt. Aber ich konnte sie beim besten Willen nicht finden.
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Beim Verlassen des Waldes, kurz vor dem Ziel kommt man an diesen Relikten vorbei. Ich vermute dahinter eher eine fragwürdige Liebhaberei oder Sammelleidenschaft, als ein bevorstehendes kriegerisches Ereignis. Also keine Panik bitte.
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Noch eine kleine Anekdote zum Schluss.
Ich war nun schon etwa eine Spielfilmlänge Niederschlagsfrei unterwegs, war guter Dinge meine Expeditionsausrüstung trocken zu verstauen und freute mich auf die Schlusseinkehr. Noch musste ich nur eine Fabrikationshalle umrunden und ein paar Meter durch das Dorf. Auf Höhe der obigen Sammlerstücke, noch im Wald, fing es doch noch an zu regnen. Beleidigt verkroch ich mich wieder in meine Regenjacke und stapfte weiter. Im Dorf war vor mir ein älteres Paar auf ihrer Sonntagsnachmittagsfrischeluftschnapprunde und schützen sich mit einem Regenschirm.
Noch etwa 150m bis zum Auto. Das Paar und ich bemerkten zeitgleich das undefinierbare, laute Geräusch aus Richtung Wald und suchten blickend nach der Quelle. Quelle wahr als Begriff für das folgene Ereignis stark verharmlost. Oben von Wald nahte ein monsumstarker Regenschauer mit 40% Hagelanteilen, der das tosende Geräusch im Blattwerk der Bäume verursachte und brach über uns herein wie eine umstürzende Badewanne. Die Dachrinnen der umliegenden Häuser wurden der Wassermassen nicht mehr Herr und erbrachen sich in die Vorgärten.
Die einzige Rettung war ein beherzter Sprung über einen kniehohen Lattenzaun unter einen kleinen Car-Port. Ich half dem älteren Paar und rettete mich heldenhaft zuletzt. Viel nützte das aber nicht weil die aufsteigende Gischt uns allseitig einhüllte und ebenso durchnässte.
Der ganze Spuk dauerte höchstens 10 Minuten. Von innen stellten wir fest dass der Lattenzaun sich ganz leicht öffnen ließ. So konnten wir wenigsten ohne weitere akrobatischen Einlagen unseren Wetterschutz verlassen.
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Es regnete noch wenig als ich die letzten hundert Meter etwas eiliger als sonst zum Auto ging, meine Klamotten hinein pfefferte und ohne Einkehr heimkehrte.
Das war mein Wanderherbst 2013. Nun wird es Zeit dass es wieder Frühling wird.

Extratour Schuss in den Ofen

Der Vollständigkeit halber. Oder was nicht alles so passieren kann.
Manchmal geht erstens alles, zweitens schief.
An diesem Samstag sollte mehr, oder weniger nicht gewandert werden. Also planmäßig. Also zunächst.
Das war auch gut so, weil es beim Aufwachen schon in Strömen regnete. Ich hatte um 14 Uhr eine Stipvisite in Marburg mit anderen Menschen zwecks Sightseeing auf dem Plan. Im Vorfeld, muss ich erwähnen, strebte ich noch eine gemeinsame Wanderung mit einer Facebook-Bekannschaft an, die aus zeitlichen Gründen leider nicht zustande kam. Ich ging ausgiebig frühstücken und überlegte wie ich die Zeit bis 14 Uhr überbrücken könnte, während der Regen langsam sein Strömen einstellte und sogar ein kleines Sonnenblinzeln zuließ. Schnell hatte ich mir eine kleine „Hausstrecke“ um den benachbarten Berg herum gebastellt und war fast schon in den Schuhen, als mich die Nachricht ereilte dass die Sightseeingtour nach Marburg ersatzlos gestrichen wurde. Na gut. Nun hatte ich wieder etwas mehr Zeit und überlegte doch wieder an einer längeren Wanderung herum. Da meldete sich die Facebook-Bekanntschaft und teilte mir mit, dass sie heute doch mit mir wandern könne. Nur wo genau? Es wurden Nachrichten ausgetauscht und telefoniert. Am Ende kam doch wieder keine gemeinsame Wanderung zustande.
Mittlerweile war es schon wieder zu spät für eine längere Wanderung und ich entschloß mich nun entgültig doch die „Hausstrecke“ zu gehen.
Dann draussen beim Schnüren der Schuhe bewegte ich wohl etwas ungeschickt, dass mich ein Schuss der Hexe streifte. Vorsichtig richtete ich mich unter Schmerzen wieder auf und stelte fest dass gehen nur noch schlecht ging. Aber es ging noch, also ging ich, nein, ich humpelte los.

Schnell fand ich die erste Bank. Aber für eine Pause war es noch etwas zu früh.
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Vergessene Gärten und Schaukeln wäre auch spannend zu sammeln.
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Der nächsten Bank wollte ich nicht trauen.
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Endlich fing es wieder an zu nieseln und die Landschaft verhüllte ihr Antlitz wieder teilweise unter wabernden Nebelschwaden.
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Weil ich so langsam voran kam beschloss ich durch den Wald abzukürzen. Und schon musste ich über umgestürzte Mammutbäume klettern. Jedenfalls kam es mir so vor.
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Ich wechselte auf einen Pfad und kam vom Regen in die Traufe.
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Irgend jemand spinnt hier.
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Zu spät. Was hängt das Schild auch am Ende des Pfades.
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Am nächsten Pfad hing auch solch ein Schild. Vosichtig bückte ich mich nach einem Zweig, legte ihn im Rahmen meiner Möglichkeiten ein wenig beiseite und war somit Mitarbeiter und nun berechtigt den Pfad zu betreten.
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Reines Gewissens erreichte ich mein Basislager, hakte die Wanderung unter Sonstiges ab, fuhr zum nächsten Lokal um meinen Brennstoffhaushalt wieder auf Vordermann zu bringen und pflegte anschließend meine Hexenstreifschusswunde bei Minibar und Sauna.

Extratour Hohe Straße

Das war was.
Startpunkt ist der Parkplatz am Naturerlebnisbad Eisemroth. Das Schwimmbad hatte bereits die Badesaison hinter sich und war geschlossen. Mein Auto das einzige auf dem recht großen Parkplatz. Ich kam mir etwas verloren vor.
Es ging zunächst an dem Freibad mit anschließenden Sportflächen entlang, über einen alten Lorenbahndamm durch ein kleines Waldstück.
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Dort ging es ein kurzen, aber sehr steilen Pfad hinauf. Und zu meinem Entsetzen fand ich im oberen Drittel Geländemotorradspuren. Die Gegend scheint ein heißes Pflaster zu sein.
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Ich streife kurz eine Wohnstraße mit sehr neuen Häuschen und verschwinde wieder im Wald. Dort setzt dann auch der Regenschauer ein. Als der Wald mich ausspuckt finde ich mich auf einer riesigen Wiese wieder. Und ich bin nicht allein. Ein Hund führt seinen rot beschirmten Menschen aus und ein Bauer zündelt im Unterholz.
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Der Name der Tour macht ihr alle Ehre. Es geht ständig bergauf. Der Regen macht eine kleine Verschnaufpause.
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Eine Weile nachdem der Regen wieder seine Tätigkeit aufgenommen hatte, kam ich an dieser Grillhütte vorbei. Ich stellte mich eine Weile unter, sortierte mein Wandergerümpel und presste mir eine Banane unter die Nase. Es hatte keinen Sinn noch länger auf schönes Wetter zu warten. Also trotzte ich dem Regen und ging weiter.
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Ich fand diese Birke mit dem Plätscherbrunnen im Plätscherregen sehr romantisch….
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Dann erreichte ich endlich einen Höhepunkt der Route. Die Bergkuppe Domheck 508m. Wenn nur das Wetter nur nicht so bescheiden gewesen wäre….
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Leider scheint dieser Platz die heimliche Raucherecke zu sein. Der Boden ist übersäät mit Zigarettenkippen.
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Tringenstein, auch ein Höhepunkt mit Einkehrmöglichkeit am Ortseingang. Aber ich fühlte mich zu nass dafür.
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Das Modell der ehemaligen Burg Tringenstein
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Ein Blick über die Reste der Grundmauern von der Burgruine Tringenstein in die Regenwolke.
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Olle, nasse Steine der Burgruine Tringenstein
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Eine Vogelbeobachtungsstation
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Man reiche der Dame einen Föhn, und dem schnaubenden Herrn einen Baldriantee.
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Pure Romantik. Wenn auch leider etwas nass.
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Die Rettung in der erst zweiten, aber immer noch anhaltenden Regenschauer. Meine Stimmung war schon knapp unter dem Nullpunkt. Ich musste keine Entscheidung mehr treffen, da sie schon auf dem Schild stand. Hier wird abgebrochen und abgekürzt.
Dummerweise übersah ich später einen Abzweig auf einen kleinen Pfad und machte aus den 0,7 km 1,3 km. Aber das bemerkte ich erst viel später.
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Als ich das Auto erreichte, hörte es endlich auf zu regnen. Na toll !
Hin- und hergerissen stapfte ich auf dem Parkplatz hin und her durch ein paar Pfützen. Soll ich, oder soll ich nicht? Ich sah mir die Strecke nochmal kurz auf der Karte an und beschloss sie doch zu vollenden. Den Rest ging ich in entgegengesetzte Richtung und machte dann am Ende eine Acht aus der Runde.
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Und ist die Landschaft noch so schön, Rabauken gibt es leider überall.
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Dann fand ich noch etwas blühendes was mich wieder einigermaßen versöhnte.
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Diese Stelle kam mir sehr bekannt vor. Und beim wiederholten Gehen des Weges sah ich auch den wirklich abkürzenden Abzweig zum Pfad über den alten Bahndamm direkt hinunter zum Parkplatz.
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Weitere Einzelheiten entnehmen sie bitte meiner Trackaufzeichnung

Extratour Viertälerweg

Auf diese Tour brachte mich ein Fernsehbeitrag zum Thema Wanderwege. Der Zufall wollte es dass diese Tour recht nah an meinem Basislager war, so konnte ich das Auto einmal stehen lassen.
Noch ein schneller Blick zurück und los geht es….
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Im Dorf noch beim örtlichen Metzger mit rustikalen Marschproviant versorgt, sehe ich einer schönen Wanderung entgegen.
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Am Tage ist zu dieser Jahreszeit nichts los in der Kneipp.
Ach ja, ich bin ja in Bad Endbach einem als Kneipp-Heilbad anerkannten Thermalort mit Kurzentrum und allem Pipapo.
Und in einer sehr schönen Landschaft.
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Der Weg war meistens ein gut befestigter Wirtschaftsweg und führte gut ausgeschildert über offene Flächen oder am Waldrand entlang durch vier stille, abgeschiedene Täler. Ich habe nicht wirklich mit gezählt. Aber es ging oft bergauf und bergab, so dass ich gefühlt auf mindesten acht Täler komme.
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k-DSCF5665Aufgefallen ist mir diese noch recht neue Schutzhütte mit den Aussenborderbänken. Ob die für unerwünschten Besuch sind? Auf jeden Fall verfällt man auf ihnen nicht in unbeabsichtigten Smalltalk mit seinem Gegenüber.

Gleich anschließend folgte die erste Waldpassage wo ich Familie Pilz besuchte.
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Es war ein sehr lichter Wald, …
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… der mir nach wenigen Metern eine große Überraschung offenbarte.
Steht dort ein Bierfass im Busch!
Das musste ich genauer untersuchen.
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Vorsichtig näherte ich mich dem Objekt meiner geweckten Begierde. Dabei blickte ich mich ständig nach allen Seiten um ob mich jemand beobachtete, oder ich eine versteckte Kamera entdecke. Nichts. In etwa 40 Meter Entfernung befand sich ein Hochsitz den ich eine Weile fixierte. Auch nichts. Als ich dem Fass nah genug gekommen war bemerkte ich die kleinen Steinhäufchen in einem Umkreis von etwa fünf Meter um das Fass herum und die Kette am selbigen.
Das konnte kein Zufall sein. Fein säuberlich zu einer in etwa 15 bis 20 cm hohen Pyramide aufgeschichtete kinderfaustgroße Steine in so gleichmäßigen Abständen um ein angekettes metallenes Bierfass mitten im Wald. Garniert mit Äpfeln.
Äpfel? Da war weit und breit kein Apfelbaum in der Nähe von dem sie hätten geschüttelt worden sein. Dann fiel mir wieder der Hochsitz ein und ich kombinierte: dies muss eine Wildfalle sein. Zu welchen Zweck auch immer. Ich entfernte mich genauso vorsichtig wie ich gekommen bin und ging weiter meines Weges.

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An dieser Stelle am Ende eines Tales begann es zu regnen. Die Vorhersage für die Region stimmte dem nach. Ich erreichte den Hochsitz und wollte ihn als Schutzhütte zweckentfremden. Leider wurde mir der Zutritt durch ein Vorhängeschloss verwehrt. Na gut. Hochsitze haben meistens noch die Eigenschaft hoch zu sein. Also kann man sich unterstellen. Jedoch verliert mit zunehmender Höhe der Regenschutz seine Wirkung. Ich harrte dort ein paar Minuten aus bis sich der Schauer langsam legte und sich in ein leises, aber stetiges nieseln verwandelte. Also entließ ich die Regenjacke aus ihrem dunklen Gefängnis in meinem Rucksack, streifte sie über und zog wieder weiter.
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Ich erreichte nach einer Weile diese Weide an der oberhalb eine Bank stand auf der ich eine Rast einlegte. Nur die Sonne sah mir dabei ein wenig durch die Wolken zu. Bis jetzt bin ich keiner Menschenseele begegnet. Voll hungriger Freude entfaltete ich mein Wurstpaket vom örtlich Metzger. Es dauerte keine zwei Minuten bis ein kleiner Hund mich beschnüffelte und bettelnd ansah. Schade, dass ich auf Besuch so gar nicht eingestellt war. Sein Frauchen hatte alle Mühe in wieder von mir los zu bekommen. Dann hörte ich im Wald jemanden pfeifen. Das muss das Herrchen gewesen sein. Völlig durcheinander rannte der kleine Kläffer zwischen Frauchen, Herrchen und mir mehrmals hinund her. Irgendwie tat er mir leid. Dann kamen unanhängig voneinander noch ein Wanderspaar, eine ältere Nordicwalkerin, Ross und Reiter und noch zwei ältere Herren. Das wurde mir dann doch zu unruhig und ich setzte meine Wanderung fort.
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Dann kam eine Stelle im Wald an der meine volle Konzentration gefordert war. Der Weg wurde ein Pfad, der sich weitesgehend unter dem Hebstlaub verborgen hielt. Dazu ging es noch steil bergab und der Boden war sehr geschmeidig bis rutschig. Einziger Anhaltspunkt waren die Wanderzeichen an den Bäumen.
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k-DSCF5747Oha! Dann war da noch die Stelle an der man den Weg verlassen sollte und über ausgelegten Planken auf morastigen Boden durch den Wald sollte. Ein komisches Gefühl warnte mich zur Vorsicht. Und richtig. Die Planken waren dermaßen glatt, dass ich sie bestimmt nicht sturzfrei überquert hätte. Da zog ich die ohnehin schon schmutzigen Schuhe vor und stackte durch den Schlamm.

Dieses merkwürdige Bauwerk entpuppte sich als kneippsche Quelle.
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Wieder im Ort machte ich mich auf die Suche nach einer Einkehmöglichkeit. Hier trifft die Regel: An der Kirche ist die Kneipe, leider nicht zu.
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Irgendwo fand ich noch einen Imbiss und freute mich auf meinen Schlaftrunk.
Allen die in meine Spuren stapfen möchten, empfehle ich meine Quelle:
Lahn-Dill-Bergland

Lahn-Dill-Bergland Extratour Eschenburgpfad

Irgend jemand infizierte mich mit dem Lahn-Dill-Bergland-Fieber. Etwas Internetrecherche und schnell waren die Lahn-Dill-Bergland Extratouren gefunden um das Fieber zu bekämpfen. Für meinen mehrtägigen Aufenthalt schlug ich mein Basislager in Bad Endbach auf. Gleich am Anreisetag absolvierte ich meine erste Extratour, die zufälliger Weise am Wegesrand lag. Den Eschenburgpfad.
Kurz nachdem ich von zu Hause startete fing es auch schon an zu regenen und hörte nicht auf. Als ich nach ca. 90 Minuten den Startpunkt der geplanten Anreisewanderung erreichte und den Motor meines Autos abstellte, stellte auch der Regen sich selbst ein. Parken kann man prima am Friedhof am Rande von Nanzenbach. Skeptisch beobachtete ich durch jedes Wagenfenster einen Moment den Himmel. Gut sah es nicht gerade aus. Aber was soll´s ich bin aus dem Bergischen Land und nicht aus Zucker. Das Wetter machte auf mich den Eindruck als ob es sich gerade einige Wolken aus dem Herbstwald pflückte. Es blieb aber den rest des Tages fast trocken, wenn man von etwas Nieselregen hier und da absieht.
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Es ging eine Ganze Weil nur bergauf.
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Eigentlich erwartete ich unterwegs eine Burg oder wenigstens deren Reste. Mit solch einem Turm, oder besser ein großes Modell eines Turms hätte ich allerdings nie gerechnet. Auf einer Informationstafel las ich dann dass an dieser Stelle mal ein Aussichtsturm stand, der im 2. Weltkrieg zerstört wurde und der Berg auf dem dieser stand Eschenburg heißt.
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Die Sonne versuchte vergeblich die Nebelschwaden aufzulösen.
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Danach ging es ins Tal und gleich wieder hinauf. Zwischen durch gab es immer wieder große Wiesen und Weideflächen.
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Dann zeigte mir der Weg grün, doch es war leider der Falsche. Das lag daran dass die Beschilderung teilweise leicht vom Originaltrack abwich, oder umgekehrt.
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Der weitere Weg war stark geprägt von Weiden, Wiesen und immer wieder tolle Aussichten, soweit das Wetter sie gestattete. Waldstücke kamen auch, jedoch selten vor.
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Als ich später das erste mal auf der eingebauten Aussichtsplattform meines Basislagers stand, kam nochmal zum Tagesabschluss die Sonne raus.
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Zum Schluss noch mein Track, inklusive Verläufer.