Zurückmeldung und Wiedergeburt 2.0

Mit Entsetzen habe ich soeben festgestellt, dass ich meinen Blog zwei Jahre nicht gepflegt habe. Das soll sich bald wieder ändern.

Was ist geschehen?
Ich leide unter Depressionen und bin deshalb auch schon länger in Behandlung. Durch die vielen Begleiterscheinungen und Symptome verlor ich meinen Arbeitsplatz, was ich mittlerweile nicht mehr bedauere. Was mir immer noch schwer zu schaffen macht ist in erster Linie die Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit und öfter die Entschlussfähigkeit. Das hat auch dazu geführt, dass ich in letzter Zeit meine Wanderschuhe fast gar nicht benuzt habe. Ich war schon hin und wieder draussen und unterwegs, dann hatte ich jedoch keine Kamera dabei und keine Lust darüber zu schreiben.

Wie es dazu kam.
Meine liebe Frau hat mich damals rechtzeitig zu einem Arzt geschickt. So kam ich in professionelle Hände, in Behandlung, in Reha, in Therapie. Während dieser Zeit habe ich viel über mich selbst gelernt, gelernt auf mich sie achten, gelernt auf das zu achten was um mich herum geschieht und was das mit mir macht. Ich dachte immer das macht nichts mit mir. Dieser dumme Spruch. Und doch. Dinge machen etwas mit einem. Ich habe gelernt was mir wichtig ist.
Verbundenheit, Vertrauen, Gemeinschaft, gegenseitige, und Selbstachtsamkeit und eine ökonomische Verteilung von Resoursen.

„Wennze weiß, watt willz, musse machen datte hinkomms.“ (Missfits)

Nun bin ich am machen, so gut es geht.

Wie ist der Stand?
Inzwischen bin ich dabei mein Leben in meinen Augen ziemlich auf den Kopf zu stellen. Ich habe die Bienen für mich entdeckt und bin Imker geworden, bin längst bei der Krankenkasse ausgesteurt und lebe im Moment von Hartz 4, weil mein Rentenantrag noch immer in Arbeit ist. Mittlerweile am Sozialgericht. Ich komme einigermaßen zurecht. Seit mal ehrlich. was braucht man schon wirklich? Sicher. Mein Konto ist leicht überzogen. Aber sonst bin ich Schuldenfrei und zufrieden, hab ein Dach über dem Kopf und verhungere nicht.

Ein Ausblick in die nähere Zukunft.
Zunächst einmal erfolgt ein Umzug. Nicht einfach nur in eine andere Wohnung, nein, nein. Weg aus meiner tollen Hausgemeinschaft, sogar weg aus meinem geliebten Viertel, sogar weg aus meiner Heimatstadt, sogar weg von meiner Familie und meinen Kindern.
Ich wandere aus in ein anderes Land. Ins Sauerland. Das ist für mich persönlich ein riesiger Schritt, den ich mir nie hätte vorstellen können. Ich spüre die Frage: Warum? Diese habe ich sogar selbst gestellt und mit der Chance auf Erfüllung meiner Prioritäten beantwortet.
Gestattet mir einen Zwischensatz.
Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte dass ich einmal in einer Kommune leben werde, hätte ich ihm einen Vogel gezeigt und gefragt, was zum Henker ich bei solchen Spinnern soll.
Nun ist es raus. Ich werde Kommunarde. Und das mit Stolz. Und mein Schatz kommt mit. Wir hatten das große Glück auf Menschen zu stoßen die ähnliche Wünsche, Visionen und die Tatkraft haben das alles wahr werden zu lassen. Zwei Menschen haben das Ei in Form von Idee, Grundstück und Gebäude gelegt, die Samenzellen zur Befruchtung gesucht und unter anderen uns dabei gefunden …. oder wir das Ei. Mittlerweille ist es völlig unerheblich was nun zuerst da war. Wichtig ist nur dass das Ei im Augenblick noch bebrütet wird und dass schon sehr bald eine neue Gemeinschaft daraus entsteht und wächst. Wir sind ein Teil dessen, dürfen seit der Befruchtung dabei sein und es wachsen lassen.
Unser Einhornland im Wolkenmacherland.
Und dort sind auch viele Wanderwege.

 

 

12 Gedanken zu „Zurückmeldung und Wiedergeburt 2.0

  1. Klasse Uwä dass du diesen neuen weg gehst, der dich glücklich macht, hauptsache es tut dir gut! man braucht nicht viel Geld im leben um Glücklich zu sein. Ich freue mich sehr mit dir. 🙂

  2. Lieber Uwä,

    Wir sprachen einmal bei einer Wanderung kurz über Deine Situation. Ich glaube, ich konnte in dem Gespräch erkennen, wer Du wirklich bist. Auf Deine Postings habe ich selten reagiert, aber mir hat vieles gefallen, insbesondere Deine Natürlichkeit ohne effekthascherisches Verstellen; und Dein Musikgeschmack!
    Ich freue mich, dass Du mit professioneller Unterstützung jetzt einen guten Stand erreicht hast. Euch beiden wünsche ich gutes Gelingen bei Eurem Neuanfang. Mir wünsche ich, dass wir bei der Wanderteufelwanderung im kommenden Jahr wieder Gelegenheit haben, miteinander zu reden!

    Grüße aus Rheinbach

    • Lieber Hans-Eberhard, danke für deine Einschätzung. Das was ich nun mit aufbauen darf wird vielleicht „Gut Möglich“ genannt. Alleine deshalb ist es gut möglich, dass wir uns bei der nächsten Wanderteufelwanderung wiedersehen, oder sonst wo. Liebe Grüße, auch an Ursula.

  3. Lieber Uwe,
    das ist echt toll, was du vorhast.

    Wie wichtig ist, auf das zu hören, was einem Körper und Seele sagen, das habe ich selber in diesem Jahr mal wieder eindringlich erfahren müssen.

    Und ich sage immer: warum nicht? Warum sollte es nicht gut sein und gelingen, was du tust? Das ist dein Leben und es ist wichtig, dass es DIR gut geht. Und wie du so richtig sagst: was braucht man denn schon im Leben?

    An materiellen Dingen, wenn man ehrlich ist, nicht allzu viel. Menschen, mit denen man sich wohlfühlt, Erlebnisse, die einem gut tun, das nährt die Seele mehr als jeder neue Fernseher oder für welche „wichtigen“ Konsumgüter man sonst Geld ausgibt.
    Ich wünsche dir, dass es dir mit deinen Depressionen im Sauerland besser geht und sie dich nicht allzu sehr in die Mangel nehmen.

    Fühl´ dich ganz feste gedrückt
    Andrea

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