Wupperpfade Teil 2

Dies ist nun der zweite Teil einer Riesenwanderung links und rechts der Wupper zwischen der Rutenbeck / Buchenhofen und Müngsten. Ich habe die ursprüngliche Strecke von 35 km mit einem sehr hohen Pfadanteil kurzer Hand geteilt, weil ich keinerlei olympischen Ambitionen habe.
Gestartet bin ich wieder am Strandcafe in der Kohlfurth und ging dieses mal in südliche Richtung. Bei meiner Ankunft am Start wurde gerade emsig ein kleiner Flohmarkt aufgebaut, der dort in den Sommermonaten regelmäßig am ersten Samstag im Monat stattfindet. Aufgrund der Ferienzeit war nicht viel los, es reichte jedoch meinen Start leicht zu verzögern. Ich witterte Beute, machte welche und führte noch ein paar kurze Gespräche. Nachdem ich die neue Errungenschaft ins Auto gepackt hatte, ging es endlich los.
Schnell lag der kleine Ort Kohlfurth hinter mir und ich befand mich zunächst auf dem Wuppertaler Rundweg, der mich schnell auf die Wupperhänge zur ersten Aussicht führte.
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Dieser Abschnitt des Wuppertaler Rundweges ist reich an Pfaden und Wald. Hin und wieder gibt die Vegetation ein Blick auf den gegenübeliegenden Hang frei. Wie hier, auf den Flecken Papiermühle, welcher später auf meinem Rückweg liegt.  k-DSCF5047k-DSCF5043 k-DSCF5050 k-DSCF5051 k-DSCF5053

Im Grunde könnte ich diesem Weg bis kurz vor Müngsten folgen. Aufregender war es aber ihn immer wieder zu verlassen und auf den Reitwegen die die gleiche Richtung hatten zu wandern.
So kam es, wie es kommen musste. Ich begegnete einer Reiterin. Wir begrüßten uns höflich und sie fragte mich warum ich denn auf den Reitwegen wandere und nicht auf dem Wanderweg nebenan? Dort sei doch bestimmt viel angenehmer zu gehen.
Darauf erwiederte ich, dass ich es als überaus angenehmer empfinde auf einem Reitweg einer jungen, hübschen Reiterin zu begegnen, als auf dem Wanderweg einem ollen, bärtigen Wanderer.
Laut lachend und leicht errötent stimmte sie mir zu und antwortete schlagfertig mit einem  Augenzwinkern, dass ich mich auch ein mal in ihre Lage versetzen solle. So lachten wir beide und gingen gut gelaunt unserer Wege. Sie hoch zu Ross und ich wieder mal in kurzen Hosen durch Brennesseln.
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So kam ich an den Morsbach, kurz bevor er sich in die Wupper ergießt. Hier in unmittelbarer Nähe befindet sich auch ein großer Parkplatz, von dem man auch starten könnte, oder nur den Brückenpark mit ein paar kurzen Rundwegen besuchen kann.
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Einer von den beiden Diederichstempeln. Der andere steht bei Schloss Burg.
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Hier hatte ich etwas Mühe den versteckten, alten Weg unten an der Wupper entlang zu finden. Aber ich fand ihn und bekam so mal einen anderen Blick auf den Brückenpark mit dem uralten Minigolfplatz, den ich schon seit meiner Kindheit kenne. Da das Wetter recht gut war, wurde hier und da sogar in der Wupper geplanscht.
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Eben weil dieser alte Weg nicht mehr gepflegt wird, sind die Zugänge recht zugewachsen. Das hatte zur Folge dass ich recht irritierte Blicke erntete, als ich bei der Schwebefähre aus dem Unterholz gekrochen kam. Ein Reh bricht aus dem Wald …. dachte ich dabei mit einem Lächeln.
Nun ja. Die Schwebefähre. Eine durch reine Muskelkraft zu bewegende Seilbahn über die Wupper. Meine persönliche Jungfernfahrt stand kurz bevor. Ich konnte mich gerade noch kurz mit den aushängenden Beförderungsbedingungn vertraut machen, da kam sie auch schon angesaust….. ganz gemächlich. Nur gut, dass ich noch nichts getrunken hatte.
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Geschwindigkeitsrekorde wird es hier keine geben. Und durch die pumpende Auf- und Abbewegung kommt die Fähre hervorragend ins wippen, so dass es kaum noch möglich ist zu fotografieren. Am Ende einer aufregenden und anstrengenden Wupperüberquerung (man musste selbst pumpen) durfte ich nach geleisteter Arbeit noch den Fahrpreis in Höhe von einem Euro berappen. Aber ich tat es gerne.
Da der Brückenpark an diesem Tag gut besucht war und ich es gerne etwas ruhiger hätte, blieb mir nur der Durchmarsch.
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Auch hier später wieder selten benutzte und schlecht bis nicht gepflegte Wege zu den Wupperklippen..
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Schließlich kam ich auf eine höher gelegene Freifläche mit einem grandiosem Rundumblick auf Cronenberg, Solingen und Remscheid.
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Dann ging es wieder hinunter zur Wupper und dem kleinen Ort Papiermühle. Dieser Flecken wird so genannt, weil hier Mönche des Altenberger Klosters um 1520 die erste Papiermühle im Herzogtum Jülich und Berg errichteten. Hier wurde Papier hergestellt und Bücher gedruckt. Zuletzt unter anderem speziallisiert auf Packpapier für die Stahlwarenindustrie wurde hier bis in die 1990er Jahre produziert.
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Dann stand ich vor diesem großen Tor. Es wäre ein Leichtes gewesen es zu umgehen um zu erkunden was sich dort hinter dem Hügel verbirgt. Leider drängte die Zeit und das im Anmarsch befindliche Gewitter mich meinem Weg fortzusetzen. Aber eins ist Gewiß. Ich komme wieder.
Ich kam an einer vergessenen Allee vorbei. Otto, mein GPS-Gerät veriet mir dass sie meinen geplanten Weg geringfügig abkürzte obwohl mein Kartenmaterial hier keinen Weg anzeigte. Die Allee endete im Nichts. Also im Unterholz durch das ich mich wieder kämpfen musste. So löste sich mein kleiner Zeitgewinn wieder in Wohlgefallen auf.k-DSCF5140 k-DSCF5143

An diesem mit Seerosenblättern bedeckten Teich stand vor ca. 100 Jahren ein großer Schleifkotten, in dem zeitweise um die 50 Menschen ihrer Arbeit nachgingen. Er verfügte über ein Wasserrad und eine Dampfmaschine, weshalb er einen sehr leistungsfähigen leistungsfähigen Maschinenpark hatte. Durch einen Brand wurde er in wenigen Stunden vollkommen zerstört und nicht wieder aufgebaut. Leider habe ich versäumt die Informationstafel zu fotografieren und kann meinem manchmal etwas sturen Gedächtnis nur wenige Eckdaten entlocken. Dafür verdunkelte sich langsam der Himmel.
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Die letzten 400 Meter führen über Asphalt am Cafe Hubraum, einem sehr bekannten Bikertreff, vorbei. Dann nur noch kurz über die Wupper und mein Ziel ist erreicht.
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Auf der Kohlfurther Brücke sitzen die Spinnen wegen des aufziehenden Gewitters auf Posten um ihre Netzte zu schützen. Vielleicht. Ich kenne mich in diesen Dingen nicht sonderlich gut aus.
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Gerade noch rechtzeitig erreiche ich das Strandcafe wieder, als die ersten Regentropfen auf die Sonnenschirme klopfen. Gegenüber im Cafe Hubraum herrscht hektische Aufbruchstimmung, während hier recht gelassen ein wenig Kram weggeräumt wird. Ich trinke rasch mein kastriertes Weizenbier, begebe mich auf die Heimfahrt und erlebe einen sehr heftigen Gewitterschauer unterwegs im Auto. Glück gehabt.
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Fazit:
Bei dieser Wanderung war der Pfadanteil nicht ganz so hoch wie im ersten Teil. Dafür gab es als Highlight die Fahrt mit der Schwebefähre und für die, die ihn noch nicht kennen, den Brückenpark an der Müngstener Brücke. Hervorragend ist das grandiose Dreistädtepanorama im letzten Drittel. Und am Rande bekommt man auch noch ein wenig industriegeschichtliches geboten.

Es gibt noch eine Diashow dazu mit noch mehr Fotos und den aufgezeichneten, leicht von ein paar Irrläufern bereinigten Track.

5 Gedanken zu „Wupperpfade Teil 2

  1. Ein kleiner Hinweis: Der versteckte alte Weg an der Wupper gegenüber dem Müngstener Brückenpark wurde bei Anlegen des Parks und Errichtung der Schwebefähre aufgegeben und die Zugänge weitgehend unkenntlich gemacht. Und zwar aus Naturschutzgründen. Das Wupperufer ist in diesem Bereich Brut- und Rückzugsgebiet des seltenen Eisvogels. Wanderer und Spaziergänger werden gebeten, auf den „offiziellen“ Wegen zu bleiben. Also lieber den kleinen Umweg „obenrum“ in Kauf nehmen.

      • Wohl wegen der Brücke. Alles „Gute“ kommt von oben… 😉

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