Wuppertalsperrensteig

Ich weiß nicht mehr wie lange dieser Track schon auf meiner Festplatte schlummerte. Ich fand ihn irgendwann in den Tiefen des Internets und beachtete ihn nicht weiter aufgrund seiner Länge. Mittlerweile schaffe ich die 20 km aber fast mühelos, so dass ich ihn in meiner Liste nach oben schob.
Wuppertalsperrensteig hieß er schon immer. Der Startpunkt ist in der Nähe des Sauna- und Badeparadies H2O in Remscheid. Dort ist genügend Parkplatz für meinen Kleinwagen. Noch näher am Startpunkt kann man bei der Hilda-Heinemann-Schule. parken. Aber das stellte ich erst nach meiner Rückkehr fest. Der Start- und Endpunkt befindet sich direkt zwischen dieser Schule und den Sportanlagen Hackenberg. Aber nun genug gequatscht und auf den Weg gemacht.
Nach sehr wenigen Metern verlasse ich das urbane Remscheid und tauche in die umliegende Natur ein, die teilweise nicht ganz natürlich ist. Talsperren sind nun mal Menschenwerk.
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Ein Großteil dieser Wanderung besteht aus schmalen Pfaden durch Waldgebiet.
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Im Wilhelmstal geht es über eine alte, stillgelegte Bahntrasse und direkt im Anschluss über die Wupper. Nur keine Angst, hier kann man völlig unbeschadet so oft über die Wupper gehen wie man möchte.
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Der erste, noch intakte Hohlweg auf der Route bringt mich auf eine Anhöhe mit Freiflächen. Schöne bergische Häuser und deren Gärten werden schön gepflegt. Von dort leiten mich ca. 500 m Asphalt weiter. Mit der Vorsicht eines Fußgängers überquere ich die Bundesstraße 229 und komme zu einem großen Wanderparkplatz an der Wuppertalsperre. Achtung Wohnmobilisten, dort befindet sich eine Durchfahrtsperre für Fahrzeuge mit über 2 m Höhe!
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Ab hier befinde ich mich auch auf dem Wupperweg. Ein paar Meter weiter einen Hang hinab erspähe ich endlich die Wuppertalsperre. Weiter geht es dem Ufer entlang über bequem zu begehende Wege. Auf und in der Talsperre ist Kanuwandern und Baden erlaubt.
k-DSCF4715 k-DSCF4719 k-DSCF4731 k-DSCF4732 k-DSCF4734 k-DSCF4735             k-DSCF4736Bis zu dieser Gaststätte in Heidersteg …. Sehr gerne hätte ich dort eine kleine Stärkung zu mir genommen. Aber leider war sie geschlossen und stand zum Verkauf.

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Hier wurde es etwas aufregend, da ich mit kurzen Hosen über den mit Brennesseln zugewachsenen Pfad musste. Gleich danach folgte im Wald ein schmaler Pfad übersäät mit Tannenzapfen, die mich bergab etwas ins Rollen brachten. Aufregend ging es weiter durch einen Wald, an Viehweiden und einem kleinem Bachdelta vorbei, bis ich wieder an die Talsperre und auf den Wupperweg kam.
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Ab hier ist dann nicht nur der Wupperweg mein Begleiter.
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Kurz vor Karrenstein verlasse ich alle offiziellen Wege und schlage eine Abkürzung auf einen kaum sichtbaren Pfad, einen bewaldeten Hang hinab, ein. Unten angekommen hätte ich eine Machete gebrauchen können. Die sehr schmale Landzunge, über die ich musste, war mit mannshohen Brennesseln dicht bewachsen. Nichts für kurze Hosen und T-Shirt. Da war ich echt gekniffen. Nun hieß es Zähne zusammenbeißen und ab durch die Mitte. Mir kribbelt und brennt jetzt noch alles …
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Froh und erlöst kam ich wieder auf einen etwas bequemeren Weg, der mich wieder nah ans Ufer der Talsperre führte. Hier wieder auf offiziellen Wegen trifft man auch auf andere Menschen. Noch ein kurzes Stück bis zur Brücke, an der ich einen Moment ein paar Wassersportler beoachte. Schnell rübergemacht, nach links zur Spitze einer Landzunge und dann wieder ab ins Unterholz und fort von den Spaziergängern.
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Der Wald spuckt mich auf einer Anhöhe wieder aus. Über einen breiten Feldweg erreiche ich Engelshagen. Ab dort hat irgend jemand ein sehr langweiliges Asphaltband in die Landschaft gerollt, dem ich ca. 800 m folge.
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Nachdem ich die Straße verlassen habe, führt mich ein Feldweg wieder zu einem Wald, an dessen Rand ich auf einen Pfad abbiege. Dann wird es wieder spannend. Dieser Pfad wird mündet in einem Wirtschaftsweg, dem ich irrtümlicherweise folge. Als ich feststelle dass ich vom eigentlichen Kurs abgekommen bin, entscheide ich mich für das Unterholz. Also querbeet mitten durch den Wald auf der Suche nach dem Pfad mit Hilfe meines Navis. Kurz vor dem Waldrand treffe ich auf einen uralten und wenig, bis gar nicht genutzten Hohlweg.
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Als ich nach wenigen Metern an einem Hof mit gelben Putzanstrich vorbei komme, beginnt das nächste Abenteuer. Meine Karte bezeichnet den Fleck als Goldenbergshammer.
Zunächst kann ich kaum glauben dass meine Trackvorlage mich über dieses offensichtliche Privatgrundstück führt. Als ich keinen anderen Abzweig finde, wage ich mich auf den Privatgund und finde auf der Rückseite ein Tor mit Kette. Mein erster Gedanke war „Ende Gelände“. Dann bemerkte ich dass die Kette nur lose am Tor hing und dahinter ein Weg weiterging über einen breiteren Bach Namens Dörpe.
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Danach komme ich an ein paar Gartenlauben, oder Wochenenddomizilen vorbei. Bis der Weg schließlich in einem völlig vergessenen und zugewachsenem Hohlweg mündet. Ich folge einem schmalen Trampelpfad zu rechten Oberkante des Hohlwegs, der immer tiefer wird. Schließlich verläuft sich mein Trampelpfad wieder in einem Brennesselwald. Bereits genug verbrannt steige ich den steilen Hang hinab in den alten Hohlweg, der jedoch auch bald endet. Links eine elektrisch gesicherte Viehweide, rechts Brennesseln und Stacheldraht. So kämpfe ich mich Meter um Meter durchs Gestrüpp. Ein Stückchen hinter der Viehweide prüfe ich vorsichtig den Elektrozaun. Puh, zum Glück ist da kein Saft drauf. Also hoch das Bein und über den Zaun auf den angrenzenden Feldweg.
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Verbrannt und zerschunden erreiche ich den kleinen Ort Forsten.
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Im nächsten Waldstück verliere ich wieder den Pfad und muss abermals ohne Weg mitten hindurch.
Schließlich überquere ich mit der gebotenen Vorsicht am Gasthof Eierkaal die L 412. Leider ausserhalb der Öffnungszeiten.
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Endlich mal ein gut erkennbarer Weg. Nur Schade dass das Geländer so niedrig ist.
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Auf schmalen Pfaden mit einem weiteren kleinen Irrweg ging es weiter zur Panzer-Talsperre, die zu diesem Zeitpunkt wegen Sanierungsarbeiten leer war.
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Von der kleinen, trockenen Talsperre führte der Weg über Asphalt an ein paar Wiesen vorbei. Da ich wusste dass ich fast am Ende der Wanderung angelangt war, dachte ich dass es nun so bleibt. Aber falsch gedacht. Es ging noch ein letztes mal über einen Feldweg und ganz zum Ende auf einem schmalen Pfad bis mitten in die Hackenberger Sportanlagen.
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Fazit:
Eine lange, ausgedehnte Wanderung um die Wuppertalsperre mit hohen Pfadanteil und Abenteuerfaktor, da die Wege sich teilweise verlieren oder gar nicht existieren. Ein kurzer und ein mehrere hundert Meter langer Asphaltabschnitt in der Mitte sind schnell vergessen. Nach der Panzer-Talsperre folgen weitere 1,5 km Asphalt, die dann doch ein wenig am Bewegungsapparat nagen. Trostvoll ist dann wieder der allerletzte Kilometer auf weicherem Boden.

Hier sind noch mehr Bilder in der Diashow

Und hier mein aufgezeichneter Track.

14 Gedanken zu „Wuppertalsperrensteig

    • Genau Jürgen.
      “ Willst du immer weiter schweifen?
      Sieh, das Gute liegt so nah.
      Lerne nur das Glück ergreifen.
      Denn das Glück ist immer da.“
      (Goethe)

  1. Puh, das sind doch die typischen uralten Wege im Bergischen. Wie oft bin ich bei solchen Strecken an Zäunen gelandet und wusste nicht sofort weiter.
    Auch dir blieben die verschlossenen Einkehr-Nichtmöglichkeiten nicht erspart, wie mir im Westerwald.

    Ich würde dein Abenteuer zwar so nicht nacherleben wollen, aber ins Bergische möchte ich doch endlich mal wieder „Plan gefasst“ 🙂

    • Entscheidungen sind immer gut. Man/Frau muss Ziele haben. So wie ich dich kenne, hast du in dieser Beziehung mehr als genug. Also, entscheide dich 😉
      Mit beschränkten Einkehrmöglichkeiten unter der Woche muss man nun mal leben. 😉

  2. Wie immer mit vollen körperlichen Einsatz auf der Suche nach Pfaden und Wegen. Mit viel Humor und ordentlich kribbeln hast Du auch diesen Track geschafft. Lange Hosen sind zu dieser Jahreszeit zwar warm, aber hin und wieder auch wirklich nützlich. Wen ich geplant unterwegs bin habe ich mittlerweile eine Zipperhose an. Da kann man die Beinröhren abmachen. Ist nix besonderes, kann man bei anderen Hosen auch. Aber ich kann sie wieder dran machen.

    Liebe Grüße
    Jürgen

  3. Hallo, leider wird die Strecke auf der Karte nicht mehr angezeigt, gibt es auch einen GPX Track oder so zum Wuppertalsteig? Google führt mich nur auf deine Seite, sonst finde ich gar nichts zu dem Stichwort.

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