Wupperpfade

Das war für mich eine echt traumhafte Wanderung. Ich bin wohl doch mehr ein Waldschrat, weil ich so gerne im Wald bin.
Wer also wie ich, Wald und schmale Pfade mag, sollte mich unbedingt nachwandern. Denn Pfade sind durchaus nicht fade.
Damit habe ich fast schon alles gesagt. Der Pfadanteil dieser Wanderung war für mich ungewöhnlich hoch. Einen Teil der Strecke, den Wupperhängen entlang, kannte ich ja bereits. Aber ich war extrem überrascht über den Gesamteindruck, den ich so nicht erwartete. Und das obwohl ich die Strecke an einem Sonntag ging, wo ich eigentlich mit mehr Menschen gerechnet hatte. Ich hatte einfach auch Glück dass ich jeweils früh genug an den neuralgischen Punkten vorbei kam.
Doch nun zu den Fakten. Es wurden mit ein paar Suchmetern und Träumereien 22 km mit insgesamten über 800 m rauf und auch wieder runter.
Ich startete gegen kurz nach neun am Bahnhof Solingen Schaberg. Das erste Abenteuer begann schon vorher im Auto, weil ich mich in einem Wohngebiet verfranste, in einer Sackgasse verkeilte und am Ende doch ungewollt auf der falschen Seite des gesuchten Bahnhofs landete. Ich parkte also quasi auf der Baustelle der Müngstener-Brücken-Gleis- und Sanierungsarbeitenarbeiten.

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k-DSCF4041 Nach wenigen Metern bereits wurde mir eine metallene Beschleunigungshilfe angeboten, die ich dankend annahm. Leider hielt die Wirkung nicht sehr lange an, so dass ich sehr bald wieder genussvoll die Umgebung wahrnehmen konnte. k-DSCF4058

Im Brückenpark unter der Müngstener Brücke war noch nichts los. Ich war fast alleine dort. Überrascht stellte ich fest dass es einen Kiosk und den Minigolfplatz, welches ich beides noch aus meiner Kindheit kannte, immer noch gab.
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Als ich schon ein gutes Stück weiter war, bemerkte ich zufällig die Schwebefähre in Betrieb. Das, obwohl mich mich auf der Wanderautobahn von der Müngstener Brücke nach Schloss Burg befand. Aber dort war ja noch nichts los, so dass ich die Stimmen der mittels Muskelkraft, über die Wupper schwebenden Passagiere wahrnahm. Ich begegnete nur einer Hand voll Menschen auf dem Stück bis zum Wiesenkotten, wo ich eine andere Richtung einschlug und so dem langsam ansteigenden Touristenrummel entging.
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Bei Glüder gönnte ich mir als zweites Frühstück ein kleines Eis und ging über die Wupper auf das längste Pfadteilstück dieser Wanderung  von ca. 5 km Länge bis zum Rüdenstein. Die meiste Zeit geht es oberhalb der Wupperhänge entlang, wo die üppige Vegetation hin und wieder einen Blick auf das gegenüber liegende Solinger Gebiet frei gibt.
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Dort irgendwo entdeckte ich ein Wanderpaar das sich eine ganz besonders reizvolle Stelle für eine Rast ausgesucht hatte.
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Die bereits angeschlagene Brücke hat in letzter Zeit anscheinend keine weiteren Schäden erlitten. Oha, dann kam auch wieder dieser steile Felsrücken. Schmerzvoll die Erinnerung an die letzte Besteigung bei Regen. Zwei Schritte vor, einen Schritt, ähm Rutsch zurück. Diesmal war es trocken und relativ einfach, wenn auch trotzdem sehr steil dort hoch.
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Potentiellen Nachwanderern sei noch gesagt, dass ich kurz vor dem Rüdenstein irgendwo von meinem eigentlichen Track ab kam und ein Stück querbeet durch den Wald musste, um wieder in die richtige Spur zu gelangen.
Ah, da ist ja wieder der Weg …..
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Am Rüdenestein, dem Scheitelpunkt meiner Wanderung, angekommen legte ich eine kleine Rast ein, bevor ich abermals die Wupper überquerte.
Eine Legende sagt dass Robert von Berg, ein Jungherzog aus dem Herzogtum Berg, um  Weihnachten 1424 auf der Jagd bei Wupperhof stürzte und sich verletzte. Sein Rüde rannte der Jagdgesellschaft nach, die sich schon auf dem Rückweg nach Schloss Burg befand. Diese folgt dem aufgeregten Bellen des herrenlosen Hundes. Und so wurde der Herzog gerettet.
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Von dort ging es dann zunächst hoch in einen Wald und später wieder über einen versteckten Pad, den ich erst suchen musste, hinunter durch das pittoreske Fleckchen Wüstenhof, direkt oberhalb von Wupperhof gelegen.
Offensichtlich war gerade Waschtag.
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Und wieder ging es über einen Pad hinauf, neben einem schon länger nicht mehr benutzten Hohlweg entlang, zum Haus Hohenscheid, vorbei am Naturlandhof „Gut Hohenscheid“. Praktisch und schön nah beieinander, der Hofladen und das Sonntags-Cafe im der Burg Höhenscheid.
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Über Feldwege, Wiesen- und Waldpfade geht der Weg weiter an einem Reitehof vorbei und durch winzigste Ortsteile von Solingen, Scharfhausen, Hästen, Birken und Dörperhof zurück nach Schaberg.
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Bis sich mir bis dahin unbekannte Perspektiven auf die Müngstener Brücke öffneten.
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k-DSCF4269 Im Nahbereich der Eisenbahnbrücke befindet sich ein recht dichtes Wegenetz. Hier einmal die direkte Gegenüberstellung eines Weges für kniebestrümpfte und bepömpte Sonntagsspaziergänger, im Bild links zu sehen. Und die Variante für dickbesohlte und ruckbesackte Wandersleut, im Bild auf der rechten Seite zu sehen.

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Als Alternative für eine gesicherte Schlusseinkehr schlage ich als Start- und Zielpunkt den Brückenpark vor.
Die Gaststätte im Bahnhof Schaberg hat leider nur an wenigen Tagen geöffnet. Im Internet zu findene Öffnungszeiten waren zu diesem Zeitpunkt nicht aktuell.

Wer nun noch mag, darf sich gerne noch mehr Bilder in meiner Diashow ansehen und oder sich mit meinem aufgezeichneten Track beschäftigen.

2 Gedanken zu „Wupperpfade

  1. Eine schöne Tour!

    Der Minigolf-Kiosk unter der Brücke – der Inhaber hat meine volle Hochachtung. Im Zuge der Umgestaltung bzw. der Errichtung des Brückenparkes mussten alle anderen das Feld räumen, was ein Leichtes war, da die meisten nur gepachtet hatten. Der Minigolf sollte auch weg, hat sich aber, da Eigentümer, erfolgreich gewehrt, der Stadt Solingen den dicken Finger gezeigt und ist geblieben. Respekt vor dem bergischen Schädel 😉

    Gruß von Straße weiter…

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