Extratour Viertälerweg

Auf diese Tour brachte mich ein Fernsehbeitrag zum Thema Wanderwege. Der Zufall wollte es dass diese Tour recht nah an meinem Basislager war, so konnte ich das Auto einmal stehen lassen.
Noch ein schneller Blick zurück und los geht es….
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Im Dorf noch beim örtlichen Metzger mit rustikalen Marschproviant versorgt, sehe ich einer schönen Wanderung entgegen.
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Am Tage ist zu dieser Jahreszeit nichts los in der Kneipp.
Ach ja, ich bin ja in Bad Endbach einem als Kneipp-Heilbad anerkannten Thermalort mit Kurzentrum und allem Pipapo.
Und in einer sehr schönen Landschaft.
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Der Weg war meistens ein gut befestigter Wirtschaftsweg und führte gut ausgeschildert über offene Flächen oder am Waldrand entlang durch vier stille, abgeschiedene Täler. Ich habe nicht wirklich mit gezählt. Aber es ging oft bergauf und bergab, so dass ich gefühlt auf mindesten acht Täler komme.
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k-DSCF5665Aufgefallen ist mir diese noch recht neue Schutzhütte mit den Aussenborderbänken. Ob die für unerwünschten Besuch sind? Auf jeden Fall verfällt man auf ihnen nicht in unbeabsichtigten Smalltalk mit seinem Gegenüber.

Gleich anschließend folgte die erste Waldpassage wo ich Familie Pilz besuchte.
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Es war ein sehr lichter Wald, …
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… der mir nach wenigen Metern eine große Überraschung offenbarte.
Steht dort ein Bierfass im Busch!
Das musste ich genauer untersuchen.
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Vorsichtig näherte ich mich dem Objekt meiner geweckten Begierde. Dabei blickte ich mich ständig nach allen Seiten um ob mich jemand beobachtete, oder ich eine versteckte Kamera entdecke. Nichts. In etwa 40 Meter Entfernung befand sich ein Hochsitz den ich eine Weile fixierte. Auch nichts. Als ich dem Fass nah genug gekommen war bemerkte ich die kleinen Steinhäufchen in einem Umkreis von etwa fünf Meter um das Fass herum und die Kette am selbigen.
Das konnte kein Zufall sein. Fein säuberlich zu einer in etwa 15 bis 20 cm hohen Pyramide aufgeschichtete kinderfaustgroße Steine in so gleichmäßigen Abständen um ein angekettes metallenes Bierfass mitten im Wald. Garniert mit Äpfeln.
Äpfel? Da war weit und breit kein Apfelbaum in der Nähe von dem sie hätten geschüttelt worden sein. Dann fiel mir wieder der Hochsitz ein und ich kombinierte: dies muss eine Wildfalle sein. Zu welchen Zweck auch immer. Ich entfernte mich genauso vorsichtig wie ich gekommen bin und ging weiter meines Weges.

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An dieser Stelle am Ende eines Tales begann es zu regnen. Die Vorhersage für die Region stimmte dem nach. Ich erreichte den Hochsitz und wollte ihn als Schutzhütte zweckentfremden. Leider wurde mir der Zutritt durch ein Vorhängeschloss verwehrt. Na gut. Hochsitze haben meistens noch die Eigenschaft hoch zu sein. Also kann man sich unterstellen. Jedoch verliert mit zunehmender Höhe der Regenschutz seine Wirkung. Ich harrte dort ein paar Minuten aus bis sich der Schauer langsam legte und sich in ein leises, aber stetiges nieseln verwandelte. Also entließ ich die Regenjacke aus ihrem dunklen Gefängnis in meinem Rucksack, streifte sie über und zog wieder weiter.
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Ich erreichte nach einer Weile diese Weide an der oberhalb eine Bank stand auf der ich eine Rast einlegte. Nur die Sonne sah mir dabei ein wenig durch die Wolken zu. Bis jetzt bin ich keiner Menschenseele begegnet. Voll hungriger Freude entfaltete ich mein Wurstpaket vom örtlich Metzger. Es dauerte keine zwei Minuten bis ein kleiner Hund mich beschnüffelte und bettelnd ansah. Schade, dass ich auf Besuch so gar nicht eingestellt war. Sein Frauchen hatte alle Mühe in wieder von mir los zu bekommen. Dann hörte ich im Wald jemanden pfeifen. Das muss das Herrchen gewesen sein. Völlig durcheinander rannte der kleine Kläffer zwischen Frauchen, Herrchen und mir mehrmals hinund her. Irgendwie tat er mir leid. Dann kamen unanhängig voneinander noch ein Wanderspaar, eine ältere Nordicwalkerin, Ross und Reiter und noch zwei ältere Herren. Das wurde mir dann doch zu unruhig und ich setzte meine Wanderung fort.
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Dann kam eine Stelle im Wald an der meine volle Konzentration gefordert war. Der Weg wurde ein Pfad, der sich weitesgehend unter dem Hebstlaub verborgen hielt. Dazu ging es noch steil bergab und der Boden war sehr geschmeidig bis rutschig. Einziger Anhaltspunkt waren die Wanderzeichen an den Bäumen.
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k-DSCF5747Oha! Dann war da noch die Stelle an der man den Weg verlassen sollte und über ausgelegten Planken auf morastigen Boden durch den Wald sollte. Ein komisches Gefühl warnte mich zur Vorsicht. Und richtig. Die Planken waren dermaßen glatt, dass ich sie bestimmt nicht sturzfrei überquert hätte. Da zog ich die ohnehin schon schmutzigen Schuhe vor und stackte durch den Schlamm.

Dieses merkwürdige Bauwerk entpuppte sich als kneippsche Quelle.
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Wieder im Ort machte ich mich auf die Suche nach einer Einkehmöglichkeit. Hier trifft die Regel: An der Kirche ist die Kneipe, leider nicht zu.
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Irgendwo fand ich noch einen Imbiss und freute mich auf meinen Schlaftrunk.
Allen die in meine Spuren stapfen möchten, empfehle ich meine Quelle.

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